FDP: Kein Augenoptiker auf Falder/Bürrig

25. Mai 2009, News

Die FDP Fraktion im Rat der Stadt Kerpen interveniert massiv gegen die mögliche Ansiedlung eines Augenoptikers im “Fachmarktzentrum” Falder/Bürrig. Wie zu vernehmen war, plant der Investor die Vergabe eines Mietvertrages an einen Augenoptiker.
“Nach den gültigen Festsetzungen des Bebauungsplans ist ein Augenoptiker auf dem Falder/Bürrig nicht zulässig”, so Hubert Erkes, der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Kerpen. „“Wir wollen dort aber auch auf keinen Fall einen Augenoptiker, weil dies ein weiterer Sargnagel für die Zentren der Stadtteile wäre. Wir haben die Gefahr einer solchen Vorgehensweise und der Ansiedlung von zentrenrelevanten Sortimenten entgegen den Festsetzungen in den Bebauungsplänen schon im Verfahren gesehen und waren deswegen gegen diese Ausprägung des “Fachmarktzentrums” Falder/Bürrig.”
Die FDP Fraktion hat Bürgermeisterin Marlies Sieburg in einem Schreiben (s. unten) aufgefordert, die Ansiedlung eines Augenoptikers auf dem Falder/Bürrig zu verhindern beziehungsweise zu untersagen. Außerdem fordert die Fraktion die Behandlung dieses Punktes wegen seiner grundsätzlichen Bedeutung für die Stadtentwicklung in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr.

Hubert Erkes/Axel Fell

25.05.2009 cw

Hubert Erkes Axel Fell Dieter Becker

FDP Fraktion Jahnplatz 1 50171 Kerpen

Frau Bürgermeisterin

Marlies Sieburg

im Hause

Kerpen, 25.05.09

Fachmarktzentrum Falder/Bürrig

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
wie wir erfahren haben, plant der Investor für das “Fachmarktzentrum” Falder/Bürrig die Vergabe eines Mietvertrages an einen Augenoptiker.
Nach unserer Auffassung ist die Ansiedlung eines Augenoptikers auf dem Falder/Bürrig weder wünschenswert noch überhaupt zulässig. Der wirksame Bebauungsplan zum “Fachmarktzentrum” Falder/Bürrig (KE 321) nennt explizit die zulässigen Sortimente. Augenoptiker sind an keiner Stelle als zulässiges Sortiment erwähnt. Im Gegenteil, die im Bebauungsplan unter Punkt 6 dargestellte “Kerpener Liste” weist Augenoptiker eindeutig als nicht zulässiges Sortiment für das “Fachmarktzentrum” aus. Insofern besteht kein Zweifel daran, dass die Ansiedlung eines Augenoptikers auf dem Falder/Bürrig unzulässig ist.

Dieser Vorfall ist für uns ein erneutes Beispiel dafür, dass auf dem Falder/Bürrig das Thema Zentrenrelevanz ganz offensichtlich keine Rolle spielt. Bereits mehrfach musste die Politik intervenieren. Auch in diesem Falle ist offensichtlich die Verwaltung vollständig untätig geblieben.

Die dubiose Vorgehensweise sowie die Ansiedlung von zentrenrelevanten Sortimenten an sich sind für uns vollständig inakzeptabel. Das genau waren für uns die wesentlichen Argumente, dem “Fachmarktzentrum” in der vorliegenden Form nicht zuzustimmen. Wir sind sicher, dass alle Bemühungen, die Zentren unserer Stadtteile zu fördern und zu stärken, konterkariert werden, wenn weiterhin Pläne geschmiedet werden, eine Konkurrenzsituation zwischen Zentren und der Grünen Wiese zu schaffen. Dies gilt gerade auch für Augenoptiker, die heute in den Zentren der drei großen Stadtteile Kerpens vorhanden sind und das Handels- und Dienstleistungsangebot dort entscheidend mitprägen. Aus diesem Grunde ist die Ansiedlung eines Augenoptikers auf dem Falder/Bürrig nicht nur unzulässig, sondern auch nicht wünschenswert.
Wir bitten Sie daher dringend, mit dem Investor eine grundsätzliche Klärung herbeizuführen und derartige Bestrebungen zukünftig generell zu vermeiden/zu verhindern.
Konkret fordern wir Sie auf, die Ansiedlung eines Augenoptikers auf dem Falder/Bürrig zu verhindern beziehungsweise zu untersagen. Weiterhin bitten wir möglichst kurzfristig, spätestens aber in der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr am 9.6.2009, um Auskunft über die aktuelle Vertragssituation bezüglich der Ansiedlung eines Augenoptikers auf dem Falder/Bürrig. Wir erachten diesen Punkt als wesentlich für die Stadtentwicklung insgesamt, weil der Kernkonflikt zwischen einem breiten Sortiment auf dem Falder/Bürrig und der Stärkung der Zentren der Stadtteile berührt ist. Wir bitten Sie daher, diesen Sachverhalt auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr als eigenen Punkt vorzusehen.
Mit freundlichen Grüßen

gez. Hubert Erkes