FDP: Leerstandsmanagement neu aufnehmen und intensivieren

19. Oktober 2009, News

Kerpen. Die FDP Fraktion im Rat der Stadt Kerpen hat in einem Antrag gefordert, das Leerstandsmanagement neu aufzunehmen und zu intensivieren. “Gerade angesichts der sich in der letzten Zeit neu abzeichnenden Leerstände, zum Beispiel in Horrem, ist es notwendig, sich diesem Thema neu zu widmen, außerdem ist mit dem Einkaufszentrum auf Falder/Bürrig ein neuer, großer Einflussfaktor auf die Leerstände in den Ortszentren dazugekommen”, so Axel Fell, der Stellvertretende Vorsitzende der FDP Fraktion im Rat der Stadt Kerpen. Fell bemängelt insbesondere, dass gerade in Horrem zunehmend größerflächige Einzelhandlesbetriebe aufgeben und deren Ladenlokale keine Nachfolgenutzung finden. “Es gibt in Horrem schon mehrere Leerstände von größerflächigen Betrieben, die schon seit einiger Zeit nicht besetzt werden können, jetzt kommen mit Tedi und Kik noch zwei in zentralster Lage dazu”, kritisiert Fell.

In ihrem Antrag fordert die FDP die Behandlung dieses Themas in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr. Dort soll die Verwaltung einen Bericht vorlegen, der sowohl die Entwicklung der Leerstände in den letzten Jahren, deren Ursachen aber vor allem auch Maßnahmen gegen die Zunahme der Leerstände enthält. “Für uns ist die Stärkung der Ortszentren weiterhin Kern unserer Politik”, so Hubert Erkes, der Vorsitzende der FDP-Fraktion, “deswegen bleiben wir hier am Ball und versuchen, die negativen Auswirkungen der mit dem Einkaufszentrum auf Falder/Bürrig ein eine Schieflage geratene Stadtentwicklung abzumildern.”

Axel Fell

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender

FDP Fraktion im Rat der Stadt Kerpen

Hier der Antrag der FDP Fraktion:

FDP Fraktion

im Rat der Stadt Kerpen

Hubert Erkes Axel Fell Dieter Becker

FDP Fraktion Jahnplatz 1 50171 Kerpen

Frau Bürgermeisterin

Marlies Sieburg

im Hause

Kerpen, 14.10.2009

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

hiermit beantragt die FDP Fraktion im Rat der Stadt Kerpen die Neuaufnahme und Intensivierung des Leerstandsmanagements durch die Verwaltung. Dazu beantragen wir weiterhin, den Punkt “Leerstandsentwicklung in der Stadt Kerpen” auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr zu setzen. Unter diesem Tagesordnungspunkt soll die Verwaltung einen Bericht vorlegen, der folgende Punkte enthält:

Entwicklung der Leerstände in den Innenstadtlagen der Ortsteile Kerpens in den letzten zwei Jahren

eine Ursachenanalyse für die zunehmenden Leerstände

Gegenmaßnahmen gegen zunehmende Leerstände und eine Verödung der Innenstädte sowie Maßnahmen zur Neuaufnahme und Intensivierung des Leerstandsmanagements in Kerpen

Begründung:

In den letzten Jahren hat sich die Entwicklung der Leerstände in Kerpen insgesamt geradezu bedrohlich entwickelt. Sogar im strukturell bislang noch am besten aufgestellten Ortsteil Horrem treten zunehmend Leerstände auch großflächiger Ladenlokale auf, die nicht wieder neu besetzt werden können. Mit Tedi und Kik erreicht diese Entwicklung in Horrem derzeit ihren traurigen Höhepunkt.

Die FDP Fraktion im Rat der Stadt Kerpen ist der Auffassung, dass gerade die zunehmenden Leerstände in jüngster Zeit eine Folge der verfehlten Stadtentwicklungspolitik mit dem Einkaufszentrum auf Falder/Bürrig ist. Dennoch müssen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, da ansonsten die Verödung der Innenstädte und damit der Verfall der Grundstücks- und Gebäudepreise sowie der Mieten nicht aufzuhalten sein wird.

Wir bitten daher darum, neben der Darstellung der Entwicklung und der Ursachen, auch mögliche Gegenmaßnahmen, sei es von städtischer Seite aus, sei es als Anregung für private Initiativen, zu entwickeln und aufzuzeigen. Das Leerstandskataster alleine reicht hierzu offensichtlich nicht aus, da etliche der Leerstände darüber nicht wieder besetzt werden können.

Im Rahmen dessen sollten Maßnahmen entwickelt werden mit dem Ziel, der Leerstandsproblematik aktiv zu entgegnen, also weiteren drohenden Leerständen vorzubeugen, für bestehende Leerstände Zwischennutzungen zu finden, neue Nutzungsmöglichkeiten zu erarbeiten und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Nutzung wieder herzustellen.

Vorstellbare Lösungen sind:

– Umnutzung von Handel zu Dienstleistungsflächen

– Zwischennutzungen durch z.B. Ausstellungen, Märkte u. ä.

– neue Vermietungskonzepte (z.B. kürzere Vertragszeiten, umsatzgebundene

Mietpreise)

– Entwicklung von Standortgemeinschaften

– Gemeinsames Internetportal bzw. Homepage (wie z.B. Stadt Korschenbroich)

Die Eigentümer, mittelbar Betroffene (Handel, Dienstleistung, Handwerk), Institutionen der Stadt (Banken, Verbände, Interessengemeinschaften) und die Stadtverwaltung müssen kooperieren und alternative Vermarktungskonzepte ausarbeiten.

Im Übrigen sollte eine mögliche Förderung Dritter von Stadtmarketing-Konzepten zur Vermeidung und Verringerung von Leerständen geprüft werden ebenso wie die Bereitschaft von privaten Eigentümern und Investoren, sich an der Attraktivierung der Zentren zu beteiligen.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Fell

Stv. Fraktionsvorsitzender