FDP Kerpen: Ansiedlung DPD in Kerpen ernsthaft und wohlwollend prüfen

12. Juli 2010, News

Die FDP Fraktion im Rat der Stadt Kerpen hat in einem Schreiben an Bürgermeisterin Sieburg gefordert, die mögliche Ansiedlung des Unternehmens DPD in Kerpen ernsthaft, wohlwollend unter Einschluss aller möglichen Standorte zu prüfen. “Die Ansiedlung eines Unternehmens mit solch wirtschaftlicher Bedeutung ist einfach zu wichtig, um von vornherein abgewiegelt zu werden, wie es der Leiter der Kerpener Wirtschaftsförderung getan hat”, so Axel Fell, der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Kerpen.

In dem Schreiben an Bürgermeisterin Sieburg kritisiert Fell, dass der Umsiedlungswunsch nicht in den jüngsten Sitzungen der Kerpener Gremien diskutiert worden ist. “Wieder einmal mussten wir Stadtverordneten eine für Kerpen möglicherweise bedeutende Entwicklung der Presse entnehmen”, so Axel Fell.

Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Kerpen beantragt nun, die mögliche Umsiedlung des Unternehmens von Frechen nach Kerpen in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr und in den Gremien der städtischen Gesellschaften zu diskutieren.

Hier das Schreiben an Bürgermeisterin Marlies Sieburg vom 12.07.2010:

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

der Presse durften wir entnehmen, dass offensichtlich das Unternehmen DPD seinen Standort in Frechen aufgeben und an einen anderen Ort im Rhein-Erft-Kreis verlegen will. Dabei ist auch Kerpen im Gespräch. Als Grund für die Umsiedlung des Standortes ist in dem Presseartikel angegeben, dass das Unternehmen sich vergrößern und modernisieren möchte.

Im Spiel sind hier wichtige wirtschaftliche Faktoren, nämlich mehr als 400 Arbeitsplätze, eine bedeutende Investition mit den entsprechenden Folgen für die lokale Zulieferindustrie und das zukünftig zu erwartende Gewerbesteuervolumen. Angesichts dessen hat es uns sehr verwundert, dass der Leiter der Kerpener Wirtschaftsförderung sich gegen eine Ansiedlung in Kerpen ausgesprochen hat. Das scheint uns eine sehr merkwürdige Auffassung von Wirtschaftsförderung zu sein. Auch die Begrün-dung erscheint suspekt, bezieht sie sich doch ausschließlich auf nicht dem Bedarf von 6 ha gerecht werdende städtische Flächen und lässt sie damit doch alle in privater Hand befindlichen Reserveflächen außen vor. Auch finden wir es befremdlich, dass in den jüngsten Sitzungen des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr und des Rates der Stadt Kerpen das Thema überhaupt nicht zur Sprache kam, obwohl doch nach der Sommerpause die Verabschiedung des Gewerbeflächenkonzeptes auf der Tagesordnung stehen wird und ein derart bedeutsamer Ansiedlungswunsch in dem Kontext doch nicht einfach unter den Tisch fallen darf. Wieder einmal mussten die Stadtverordneten einen für die Entwicklung der Stadt bedeutsamen Sachverhalt der Presse entnehmen.

Auch wenn wir die insbesondere verkehrs- und immissionstechnischen Problematiken für die meisten in Kerpen in Frage kommenden möglichen Standorte sehen, bitten wir dennoch dringend darum, eine mögliche Umsiedlung des Unternehmens DPD nach Kerpen ernsthaft, wohlwollend und unter Einschluss aller Alternativen zu prüfen. Da offensichtlich keine unmittelbare Eile geboten ist, wären auch Überlegungen anzustellen, Standorte in Betracht zu ziehen, an denen Planungsrecht und Er-schließung noch geschaffen werden müssten. Wir möchten eine solch bedeutende Ansiedlungsoption nicht aufgrund der lapidaren Aussagen von Herrn Comacchio aufgeben müssen.

Wir bitten darum, dies als Tagesordnungspunkt in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr und in den Gremien der städtischen Gesellschaften zu behandeln.

Mit freundlichen Grüßen

Axel Fell
Stv. Fraktionsvorsitzender