Sichtschutz für Kerpener Hallenbad ein Muß

23. Januar 2012, News

FDP-Fraktion stellt Anfrage zur Sichtsituation

Die FDP-Kerpen plädiert weiter für einen verbesserten Sichtschutz am neuen Hallenbad Kerpen. “Die Vorschläge für einen Sichtschutz kommen direkt von den Sportvereinen. Das verdeutlicht, dass es eine Nachfrage nach sichtgeschütztem Schwimmen gibt, die aber vermehrt auf Grund der zu transparenten Bauweise des Hallenbades nicht wahrgenommen werden will.” sagt Tamer Kandemir, Pressesprecher der FDP-Kerpen. Insbesondere muslimische Frauen schreckt die optisch sehr anspruchsvolle, aber zu offene Bauweise vermehrt ab. “Dieses Argument muss nun auch in den politischen Gremien der Stadt gehört werden”, so Kandemir weiter, “auch wenn dadurch die transparente Architektur des Bades zumindest zeitweise beeinträchtigt wird.”

Eltern sind auf Grund der offenen und transparenten Bauweise des neuen Hallenbades, das insbesondere als Schul- und Vereinsbad dient, ebenfalls besorgt und sehen einen Sichtschutz als wichtige Maßnahme zum Schutz der Kinder vor unerwünschten Blicken. “Bewegungsmelder und Ordnungsdienste können als beruhigende Maßnahmen angesehen werden. Auf Grund der Lage des Hallenbades neben dem Gymnasium Europaschule besteht jedoch die Gefahr, dass unschuldige Bürgerinnen und Bürger durch solche Kontrollmaßnahmen als potentielle Täter angesehen werden können, wenn man sich nur auch einige Meter zu nah am Gebäude aufhält,” sagt Kandemir weiter.

Das neue Hallenbad kostete insgesamt 5 Mio. € und wurde im Oktober 2011 eröffnet. “Das Hallenbad ist architektonisch gelungen und eine Augenweide,” betont Kandemir. “aber es ist offensichtlich, dass bei der Planung einige wichtige Aspekte zum Beispiel hinsichtlich der Einsehbarkeit für Gruppen, die sich lieber nicht in der Öffentlichkeit präsentieren wollen, zu wenig berücksichtigt wurden.” Laut Gutachter würde ein Sichtschutz zwischen 5000 und 6000 € kosten. “In Relation zu den Baukosten ist das relativ wenig. Es handelt sich um ein öffentliches Hallenbad, so dass die Stadt verpflichtet ist, Bedürfnisse aller Kerpener Bürgerinnen und Bürger zu berücksichtigen.”

Die FDP-Fraktion hat die Initiative des Stadtverbandes bereits aufgegriffen und ihre Anfrage aus November erneut in die Gremien eingebracht, diesmal in den Integrationsausschuss und den Ausschuss für Sport, Freizeit und Kultur. “Unsere Anfrage ist vom HFA in den Sportausschuss vertagt und dort nicht behandelt worden”, so Axel Fell, der Stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, “damit ist sie nicht beantwortet und natürlich auch nicht inhaltlich behandelt worden. Das muss jetzt aber dringend passieren.“