FDP Kerpen kritisiert Informationspolitik bei Stromausfällen

05. Juni 2012, News

Kerpen. Tamer Kandemir, Pressesprecher der FDP Kerpen, kannte das Problem von kurzfristigen Stromausfällen bisher aus dem Urlaub beispielsweise in der Türkei. Aber in Deutschland waren solche Ausfälle bisher selten bis überhaupt nicht vorhanden. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass insbesondere in Kerpen und Umgebung in diesem Jahr bereits drei Stromausfälle zu vermelden waren. Der letzte ereignete sich am 02. Juni 2012, mit dem hauptsächlich der Umkreis um den Kerpener Nordring betroffen war. Der Ausfall dauerte insgesamt 20 Minuten, löste bei den betroffenen Bewohnern jedoch großes Rätselraten aus. “Viele hat der Stromausfall kalt erwischt“, so Kandemir. “die Verärgerung ist nachvollziehbar, zumal sensible elektronische Geräte wie beispielsweise Computer, Telefonanlagen und Sicherheitselektronik plötzlich ohne Strom waren, weil die Versorgung unterbrochen wurde.” Kandemir beklagt, dass keine offizielle Information mit Gründen zu dem Stromausfall von Seiten der Stadt erfolgt. Bedauerlich sei es auch, dass auf der Homepage der Stadt Kerpen von einer Mitteilung bisher abgesehen wurde.

Da sich Stromausfälle zu mehren scheinen, ist es umso dringlicher, dass die Bevölkerung von Seiten der Stadt oder Netzbetreiber besser informiert werden müssen. Viele Bürgerinnen und Bürger wissen sicherlich nicht, dass bei Stromausfallschäden der örtliche Netzbetreiber für solche Schäden aufkommt. Gesetzliche Grundlage ist § 18 der Netzanschlussverordnung. Allerdings ist ein Mindestwert von 30 Euro für die Erstattung vorausgesetzt. “Als Betroffener sollte nach einem Stromausfall mögliche Schäden, die im direkten Zusammenhang mit dem Ausfall entstanden sind, dokumentieren und dem Netzbetreiber eine einfache Schadensmeldung per Post zukommen lassen.” rät Kandemir.

BDI-Präsident Keitel warnte vor einigen Tagen, dass es auf Grund der Energiewende zu vermehrten Stromausfällen kommen wird. Mittlerweile ist nicht mehr zu übersehen, dass es einige Probleme mit Stromunterbrechungen deutschlandweit mehrfach gab. Ob in Kerpen die Energiewende der Grund für die vereinzelten Zusammenbrüche der Stromversorgung gewesen sein könnte, ist zwar fraglich. Aber man soll laut Kandemir die Tatsache nicht unterschätzen, dass neben den Privathaushalten früher oder später Unternehmen ebenfalls betroffen sein können. “Ein Wirtschaftsstandort Rhein-Erft-Kreis kann sich solche Ausfälle nicht leisten und es sollte präventiv vorgesorgt werden, damit für Unternehmen beispielsweise keine Produktionsausfälle entstehen. Bis zum Jahr 2022 sollen zwar insgesamt 3.800 Kilometer neue Stromtrassen gebaut und auf weiteren 4.000 Kilometer bestehende Netze ausgebaut werden. Bis dahin muss aber die Netzstabilität gewährleistet sein. Hier sind die Städte und die Netzbetreiber gefordert“, so Kandemir. “jedenfalls ist die Kerpener Informationspolitik in punkto Stromausfälle stark verbesserungswürdig.”