FDP Kerpen: Entwicklung der Kerpener Stiftsstraße besorgniserregend

13. August 2012, News

Der Kerpener FDP-Stadtverband sieht die bisherige Umgestaltung der Hahnenstraße als positiv und sehr gelungen an. Als kritisch wird aber die Entwicklung der Kerpener Stiftsstraße gesehen, aus der sich vermehrt Geschäfte verabschieden und mittlerweile Ladenleerstellen das Bild prägen. Tamer Kandemir, Sprecher der FDP Kerpen betont, dass die Stadt Kerpen es vor Jahrzehnten versäumt hat, die Innenstadt städteplanerisch umzugestalten.Eine umfangreiche Gestaltung würde aber auch dadurch verhindert, weil alle Häuser in Privatsitz seien und eine Kooperation mit den Eigentümern zumal frustrierend und langwierig sein können. “Man versucht zwar nun, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und die Innenstadt attraktiver zu machen. Wie schwierig aber eine Umgestaltung werden kann, sieht man an den Widerständen einzelner Eigentümer in der Hahnenstraße. Dadurch wurde die Arbeit zum zweiten Abschnitt der Hahnenstraße erheblich verzögert,” so Kandemir. “auch wenn die Eigentümer mittlerweile eingelenkt haben und die Neugestaltung nun offenbar ohne Enteignungsverfahren fortgeführt wird, ist der Widerstand doch ein Präzedenzfall für potentielle zukünftige Projekte in der Innenstadt. Kerpen ist zu unflexibel, wenn es um Änderungen gerade der Ortsmitte geht.”

Mit dem Weggang der Malschule in der Stiftsstraße, Ecke Filzengraben zu ihrem neuen Standort im Erft Karree ist das Problem mittlerweile auch optisch mehr als offensichtlich. “Der größte Totengräber für solche Läden ist wohl das Internet und der E-Commerce. Dadurch gibt es leider immer weniger Inhaber geführte Geschäfte”, sagt Kandemir weiter. “und obwohl beispielsweise für den seit Jahren leerstehenden Stüssgen-Markt an der Stiftsstraße ein Käufer gefunden wurde und der neue Inhaber Pläne hatte, einen Vollsortimentierer in dem ehemaligen Stüssgen-Markt anzusiedeln, ist bisher jedoch nicht viel passiert. Der Laden steht wieder seit Monaten leer.”

Kandemir ist der Meinung, dass die Ansiedlung von Neu-Manheim vielleicht die Möglichkeit bietet, dass die Stiftsstrasse langfristig zu einer Fußgängerzone umgestaltet werden kann. “Sie würde sich somit von der Hahnenstrasse abheben und attraktiver werden. Eine Durchfahrt per Auto beispielsweise nach Blatzheim wäre dann an der neuen Siedlung vorbei möglich, auch wenn sich der Strecke etwas verlängert.” Eine Art Keupstrasse in Köln mit vielen hochwertigen Restaurants nebeneinander, Lebensmittelmärkten, Obst- und Gemüseläden, Bäckereien und Konditoreien würde laut Kandemir der Stiftsstraße wieder zu dem Glanz verhelfen, den sie in der Vergangenheit hatte. “Auf Grund der finanziell angespannten Haushaltslage der Stadt Kerpen ist diese Maßnahme als langfristige Planung zu sehen. Leerstände gibt es nicht nur in Kerpen. Auch in Horrem und in Sindorf, wie beispielsweise am S-Bahnhof, gibt es unzählige leere Gewerberäumlichkeiten. Aber abwarten und Tee trinken bringt hierbei leider gar nichts. Da sind Lösungen gefragt.” so Kandemir.