FDP Kerpen: Muslimische Bestattungen auch in Kerpen ermöglichen

25. April 2013, News

Bei den Muslimen verstärkt sich laut Ahmet Ilhan, stellvertretender Vorsitzender des FDP Stadtverbandes und integrationspolitischer Sprecher der Kerpener Liberalen, vermehrt der Wunsch, nach muslimischen Ritus auch in Kerpen begraben werden zu können. Bislang lassen die meisten von ihnen sich in ihren Heimatländern, meist ist es die Türkei, bestatten, aber auch in Marokko und in anderen afrikanischen und arabischen Ländern. Aber die Zahl derer, die sich dort, wo sie geboren und aufgewachsen sind, auch begraben lassen möchten und nicht in der Heimat ihrer Eltern und Großeltern, steigt. ,, Muslimische Bestattungen werden in Deutschland immer häufiger durchgeführt, da sowohl die Zahl der Muslime in Deutschland wie auch die Anzahl der Konvertierungen steigt”, betont Ilhan. ,,man muss sich fragen, ob Kerpen ebenfalls dazu bereit wäre, und ob man diese Möglichkeit auch hier vor Ort zulässt.”

Die deutschen Friedhofsgesetze, die jedes Bundesland beschließt, beinhalten die seit Einführung der Bestattungsgesetzgebung gültige Sargpflicht. Jeder Verstorbene muss in Deutschland in einem Sarg bestattet werden. Auch die Kerpener Bestattungs- und Friedhofsklausel schreibt unter §9 vor, dass Bestattungen nur in Särgen und Urnen vorzunehmen sind. ,, Die Sargpflicht widerspricht aber der muslimischen Tradition. Bei Bestattungen im Islam ist es traditionell üblich, die Verstorbenen nach einer rituellen Waschung in einem Leinentuch zu bestatten.” Im NRW-Bestattungsgesetz jedoch sei laut Ilhan der Sargzwang bereits abgeschafft. Wer für sich eine Erdbestattung entscheidet, kann sich in ein Leinentuch wickeln lassen oder ohne Umhüllung vergraben werden. ,, Entscheidend sind hier die bodennutzungsrechtlichen Gegebenheiten. Sofern eine Erdbestattung ohne Sarg bodennutzungsrechtlich bedenkenlos ist, können muslimische Gläubige nach islamischem Recht begraben werden. Es gibt zwingende Bestattungsvorschriften und solche, über die diskutiert und verhandelt werden kann.”

Ilhan ist der Meinung, dass die Stadt Kerpen die Bestattungs- und Friedhofsklausel in diesem Punkt dem NRW-Bestattungsgesetz anpassen sollte. ,, Es gibt es für die Bestattung nach muslimischem Ritus sicherlich bürokratische als auch technische Hindernisse. Man müsste die Friedhofsatzungen ändern, die Gebührenordnung und die Beerdigungszeiten auflockern, um die Frist, die bei Muslimen vorgeschrieben ist, zu wahren. Aber es ist sicherlich von Vorteil für unsere muslimischen Bürgerinnen und Bürger in Kerpen, wenn wir im Sinne der Integration entsprechende Vorkehrungen auf unseren Friedhöfen treffen würden.” Ilhan erkennt jedoch auch die Sensibilität des Themas und sieht die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung unter Einbeziehung aller Bürgerinnen und Bürger in Kerpen. ,, Integration kann nur gemeinsam gelingen.”