FDP Kerpen: Anstieg der Geburtenrate erfreulich und wichtig für die Demografie

08. Juli 2013, News

Kandemir: Familienförderung muss entflechtet werden
Die FDP Kerpen sieht nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, wonach die Geburtenrate 2012 zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder gestiegen ist, eine Trendwende. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in Deutschland 2012 insgesamt 674.000 Kinder geboren, in Nordrhein-Westfalen kamen 145.755 Babys auf die Welt, was einem Anstieg von insgesamt 2.658 Neugeborene im Vergleich zu 2011 entspricht.Tamer Kandemir, Sprecher der FDP, sieht darin eine erfreuliche Tendenz, dass Familienorientierung und Kinderwünsche insbesondere bei jungen Menschen wieder zunehmen. Auf Grund der erfolgreichen Familienpolitik der schwarz-gelben Regierungskoalition sind nach Meinung Kandemirs materielle Sorgen und berufliche Pläne immer weniger Hindernis für die Entscheidung zum Kind. „Verbesserte Rahmenbedingungen, die die Bedürfnisse von Eltern treffen, wirken langfristig auf die Geburtenrate. Diese Entwicklung macht sich nun, insbesondere bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bemerkbar und bestätigt, dass die Familienpolitik die richtigen Ansätze gefunden und geschaffen hat.” so Kandemir. ,,auch im Rhein-Erft-Kreis ist der positive Trend ersichtlich und die Geburtenrate steigt auch in Städten und Gemeinden des Kreises.”

Kandemir sieht jedoch trotz der positiven Entwicklung Handlungsbedarf bei der Förderung von Familien. Mittlerweile soll es bis zu 160 Fördertöpfe für Familien geben, wobei Deutschland jährlich fünf Prozent seiner Wirtschaftsleistung für die Familienförderung ausgibt. „Alleine die verschiedenen Modelle der Kinderzulagen, für Geringverdiener bis zum Beamten, von Zulagen zum Eigenheim, Kindergeld oder aktuell das Betreuungsgeld kostet jährlich 38 Milliarden Euro. Und das ist nur ein Bruchteil dessen, was insgesamt an Förderung geleistet wird. Die gesamten Kosten von 200 Milliarden Euro sind dagegen ein undurchsichtiges Sammelsurium an Steuervergünstigungen, Sozialversicherungsleistungen und direkten Zahlungen. Wer also das Förderdurcheinander entflechten will, kann nicht nur einige Gesetze zur Familienpolitik beachten, sondern müsste auch direkt das Steuersystem und die Sozialversicherungen reformieren.” sagt Kandemir.

Ab dem 01. August dieses Jahres können Eltern von diesem Tag an einen Betreuungsplatz für ihr unter dreijähriges Kind einklagen. Der Sprecher der FDP sieht auch in Kerpen eine große Herausforderung, der die Kolpingstadt auf Grund der bald gesetzlichen Vorgabe gerecht werden muss. „Insgesamt ist Kerpen gut aufgestellt. Aktuell bietet beispielsweise die evangelische Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen” in Kerpen zusätzliche Plätze für Kinder unter drei Jahren an. Angebot und Nachfrage halten sich in Kerpen insgesamt die Waage. Aber es ist auch Fakt, dass der Mangel an Erzieherinnen und Erziehern sich auch vor Ort bemerkbar macht.” Familien brauchen laut Kandemir heute Rahmenbedingungen, die es ihnen erleichtern, Familie und Beruf miteinander zu vereinen. „Die Politik und Gesellschaft ist auf einem sehr guten Weg. Aber es ist auch richtig, dass die Familienförderung effektiver gestaltet werden muss. Es müssen in Zukunft weitere direkte Zahlungen verhindert werden. Einzig der Ausbau der Kinderbetreuung als effektive Familienförderung mit dem größten Nutzen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gesellschaftlich wie auch wirtschaftlich sinnvoll, weil nur damit die Geburtenrate positiv beeinflusst wird. Werden die Angebote insbesondere der westdeutschen Kindergärten auch sinnvoll und bedarfsgerecht gestaltet, können wir uns auch in Zukunft auf steigende Geburten freuen.” so Kandemir.