Auf Initiative der FDP muslimische Bestattungen auch in Kerpen möglich

11. Oktober 2013, News

Änderung der Friedhofssatzung ermöglicht in Zukunft sarglose Bestattung

Die FDP Kerpen hatte vor Monaten eine Aufhebung der Sargpflicht, einer Ausrichtung gen Mekka und der Umsetzung weiterer Möglichkeiten für eine muslimische Bestattung per Antrag vorgeschlagen. Der Änderung der hiesigen Friedhofssatzung ist nach der Empfehlung des Integrationsausschusses nun am Donnerstag auch der Bau- und Feuerschutzausschuss gefolgt.

Die Änderung der Kerpener Friedhofssatzung und Aufhebung der Sargpflicht kann demnach nach endgültiger Beschlussfassung zeitnah in Kraft treten. ,, Menschen, die nicht einer christlichen Kirche angehörten, aber in ihrem Leben in Kerpen heimisch geworden sind, werden grundsätzlich das Recht erhalten, nach den Bräuchen ihrer Kultur beigesetzt zu werden,” sagt Tamer Kandemir, Sprecher der Kerpener Liberalen. „ Dieses Recht kann und darf sich selbstverständlich nicht nur auf die muslimische Bevölkerung begrenzen. Weitere Bevölkerungsgruppen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften werden sicherlich mittel- wie langfristig in Kerpen bestattet werden wollen. Eine erfolgreiche Umsetzung weiterer Maßnahmen kann aber nur unter Einbeziehung aller Bürgerinnen und Bürger in Kerpen funktionieren. Integration gelingt nur gemeinsam.”

Ein weiterer Aspekt neben der Aufhebung der Sargpflicht und der Ausrichtung gen Mekka ist das Gebot, den Verstorbenen noch am Sterbetag zu bestatten. Im Zuge der Bemühungen um die Integration anderer Kulturen werden für die strengen deutschen Vorschriften sukzessive Ausnahmen möglich gemacht. Eine zeitnahe Bestattung widerspricht jedoch der aktuellen gesetzlichen Vorschrift, eine Wartezeit von ge-wöhnlich 48 Stunden einzuhalten. Andere Vorschriften, wie die Bereitstellung geeigneter Baulichkeiten für die rituelle Waschung der verstorbenen Person wird auf Grund der derzeitigen angespannten Kerpener Haushaltslage mittel- wie auch langfristig nicht umzusetzen sein. Kandemir betont aber, dass es in Deutschland in der heutigen Zeit etliche Bestatter gibt, die sich auf islamische Bestattungen spezialisiert hätten. Oft seien die Bestatter selber Muslime und würden sich deshalb mit den rituellen und religiösen Vorschriften genau auskennen. „In Deutschland mussten bisher die Waschungen meistens in den Krankenhäusern durchgeführt werden. Aber auch in Moscheen ist mittlerweile eine rituelle Waschung möglich.”

Kandemir würdigt die Bemühungen der Kerpener FDP für eine gelungene Integration und ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Religionen in Kerpen und in allen Stadtteilen. „Kerpen ist eine weltoffene und tolerante Stadt. Die FDP Kerpen hat mit ihrer Initiative gezeigt, dass sie es mit der Integration wirklich ernst meint. Sie hat ermöglicht, dass den Muslimen die Bestattung nach ihrer religiösen Überzeugung erlaubt wird. Das ist ein wichtiger Schritt für mehr Integration in Kerpen.” so Kandemir.