FDP Kerpen: Umbenennung des Sankt Martinfestes völlig abwegig

11. November 2013, News

Kandemir: St. Martin Vorbild auch für Muslime

Mit Kopfschütteln reagieren die Kerpener Liberalen auf den Vorschlag der Linkspartei, den St. Martinstag in “Sonne-Mond-und-Sterne-Fest” umzubenennen. Begründet wird der Vorstoß mit dem hohen Anteil muslimischer Kinder in vielen Kitas, dem man nach Aussagen des Landessprechers der Linken in Nordrhein-Westfalen, Rüdiger Sagel, die christliche Tradition nicht aufdrängen solle. „Auf diese Idee wären keine muslimischen Eltern, Vereine oder Organisation gekommen. Sankt Martin findet nicht nur bei christlichen und kirchenfernen Kerpenern, sondern auch bei Muslimen, die ihre Kinder beim Umzug begleiten, große Resonanz.” sagt Tamer Kandemir, Sprecher der FDP Kerpen, selbst Muslim und Vater von drei Kindern. „Die leuchtenden Augen meiner Kids beim Basteln der Laterne und dem Sankt-Martins-Umzug sind mir viel wert. Für Sankt Martin braucht sich niemand zu schämen, im Gegenteil. Er ist ein Symbol für soziale Gerechtigkeit und das Teilen mit Ärmeren. Diese Werte gelten in allen Religionen als vorbildlich.”, so Kandemir. ,,Das Wissen um andere Religionen und Kulturen ist die Basis für ein tolerantes Miteinander.”

Auch Ahmet Ilhan, stellvertretender Vorsitzender und migrationspolitischer Sprecher der FDP Kerpen hat kein Verständnis für die vorgeschlagene Umbenennung des Sankt-Martin-Festes. Ilhan spricht sich für die Beibehaltung der Tradition des Sankt Martinsfestes auch in den städtischen Kindertagesstätten aus. „Was kommt nach dem Sonne-Mond-Sterne-Fest? Tannenbaum-Fest für Weihnachten ? Sicherlich gibt es in einigen Städten in Nordrhein-Westfalen und vermutlich auch in Kerpen immer mehr Eltern, die eine Säkularisierung, also eine Trennung von Kirche und Staat in öffentlich geförderten Einrichtungen, der Kita-Erziehung fordern. Aber sollte die Linkspartei ihren Vorschlag nach Umbenennung hiermit begründen und nicht die muslimische Bevölkerung für ihre Politik benutzen. Gelungene Integration und eine tolerante Gesellschaft kann es nur geben, wenn es für jedermann selbstverständlich ist, die Kultur des jeweils anderen zu respektieren und zu akzeptieren. Damit sollte die Linkspartei bei sich anfangen.” so Ilhan.