FDP Kerpen: Bewerbung Fördergelder für ,,Soziale Stadt NRW“ auf gut Glück völlig unzureichend

17. Februar 2014, News

Die geplante Maßnahme der Stadt Kerpen, sich für das Programm ,,Soziale Stadt NRW” zu bewerben, um mit der Landesförderung den Abriss des Geisterhauses in der Kerpener Maastrichter Straße zu ermöglichen, trifft auf Zustimmung der FDP Kerpen. Kritisiert wird aber laut Tamer Kandemir, stellvertretender Vorsitzender des Kerpener Liberalen, dass der Fokus bei der Bewerbung ausschließlich auf die Aufstockung der Fördergelder von vormals 40 auf 150 Millionen Euro gerichtet ist. Dabei stellt sich nach Meinung Kandemirs die Frage, was sich an der Sachlage seit dem letzten Gutachten der Verwaltung, die besagte, dass eine Aufnahme der Stadt Kerpen aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht in das Landesprogramm nicht möglich sein wird, geändert hätte. „Entweder war das Gutachten aus damaliger Sicht zu pessimistisch, oder die Bewerbung der aktuell aufgestockten Fördergelder erfolgt nun nach dem Prinzip Hoffnung. Fakt ist, dass die Stadt Kerpen sich dem Thema Geisterhaus Maastrichter Straße unzureichend angenommen hat und wertvolle Zeit verstrichen ist. Und eine Bewerbung nach dem Motto, dass nun mehr Geld vorhanden ist und man es ja mal versuchen kann, ist völlig unzureichend.”

Wichtig sei ein umfangreiches Konzept, das aufzeigt, wie mit einer Bündelung von Maßnahmen aus unterschiedlichen sozialen und baulichen Bereichen positive Impulse für die Entwicklung des Kerpener Stadtteils gegeben werden kann. „Es muss aufgezeigt werden, wie man vorhandene Potentiale des Stadtteils stärken und ausbauen kann. Ein Konzept, das zeigt, wie Bewohner, lokale Akteure und auch Unternehmen aktiviert werden können, um sich in den Prozess einzubringen und an der Aufwertung des Stadtteils mitzuwirken. Eine wichtige Frage spielt dabei, was nach dem Geisterhaus in diesem Bereich errichtet werden soll. Es muss klar erkennbar sein, wie der Abriss des verfallenen Hochhauses an der Maastrichter Straße ein wichtiger Meilenstein für sichtbare Ergebnisse und ein wichtiger Baustein zur positiveren Wahrnehmung des Gebietes sein kann.” so Kandemir.

Nach Meinung des liberalen Politikers sei ein sogenannter ,,Sanierungs-oder Umgestaltungsbeirat“ als Beteiligungsgremium eine sinnvolle Vorstellung. Dabei beraten soziale Akteure, Vertreter der Bürgerinnen und Bürger und der Stadt Kerpen im Beirat gemeinsame Entscheidungen über Maßnahmen im Programm. Damit hätten die Bewohner die Möglichkeit, ihre Sichtweise in den Prozess einzubringen. „Neben dem städtebaulichen Rahmenplan ist auch ein sozialer Rahmenplan wichtig. Dieser kann die Programmumsetzung und den Orientierungsrahmen für den gesamten Abriss- und Gestaltungszeitraum festlegen und erste Handlungsvorschläge für beispielsweise soziale Maßnahmen unterbreiten, “ so Kandemir. ,,Eine Bewerbung ohne Konzept, nur mit Blick auf die Fördergelder auf gut Glück, ist unprofessionell und lässt vermuten, dass die Stadt Kerpen und die SPD an einer langfristigen, aber letztendlich endgültigen Lösung nicht interessiert ist. Aber: Dieser Kerpener Schandfleck muss endlich weg!”