FDP Kerpen begrüßt Entscheidung des katholischen Dachverbands der Schützen – Kandemir: Christliche Grundwerte sind mit jeder Religion vereinbar

08. August 2014, News
Tamer

Tamer Kandemir

Mit Befremden reagierte auch die FDP in Kerpen auf die Ablehnung eines muslimischen Schützenkönigs in Werl. Umso erfreulicher ist nach Aussage des Sprechers der Kerpener Liberalen, Tamer Kandemir, dass der katholische Dachverband der Schützen sich nun zu einer Ausnahmeregelung durchgerungen hat. Damit kann Mithat Gedik weiterhin Schützenkönig bleiben, die Ausübung eines Amtes ab Bezirksebene wird hingegen auch in Zukunft nicht möglich sein. Der Dachverband begründete den Erhalt der Königswürde für Gedik als Ausdruck von Respekt und für Integration. Kandemir kritisiert dagegen, dass eine Ausnahmeregelung eher die Regel sein muss und interessierte potentielle Mitglieder anderer Religionszugehörigkeiten nicht ausgeschlossen werden sollen oder eine Teilhabe nicht erschwert werden muss. Auch im Hintergrund des interreligiösen und interkulturellen Dialogs ist nach Meinung des liberalen Politikers gesellschaftliche Öffnung auch der katholischen Kirche für Nichtchristen von besonderer Bedeutung.

Kandemir ist sich jedoch auch bewusst, dass in Kerpen ein Interesse muslimischer Mitbürger an einer Mitgliedschaft in der Schützenbrüderschaft aktuell kaum vorhanden ist. „Die Vorgehensweise im Fall Mithat Gedik wird wohl auch nicht so schnell für einen Schub sorgen. “ Der Kerpener Politiker betont, dass auch laut der hiesigen Satzung die Schützenbruderschaft eine Vereinigung christlicher Personen sei, Bürgerinnen und Bürger christlicher Konfession Mitglied werden können und nichtkatholische Mitglieder sich mit der Aufnahme in die Schützenbruderschaft grundsätzlich auf deren christliche Grundsätze verpflichten müssten. „Diese Grundhaltung beruht nach meiner Auffassung auf Respekt, Toleranz, Verbindlichkeit, Vertrauen, ganzheitliche Sicht des Menschen. Bemühen um Solidarität und soziale Gerechtigkeit gehören ebenfalls zu den Grundwerten. Diese haben sicherlich eine Vorbildfunktion und sind mit jeder Religion vereinbar.“ Deshalb dürfte nach Überzeugung Kandemirs eine ähnliche Diskussion in lokalen Schützenvereinen kein Thema sein. „ Die Schützenbruderschaften in Kerpen sind in der Gesellschaft hoch angesehen und sie werden ihren Beitrag zur Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Zusammenleben ohne Zweifel mit leisten.“ so Kandemir.