Anfrage: Aktion ,,Kerpener für ein friedliches Zusammenleben“

30. Januar 2015, Anträge / Anfragen

anfrageBetr. Anfrage: Aktion ,,Kerpener für ein friedliches Zusammenleben“

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,

 wir bitten den folgenden TOP auf die TO der nächsten Integrationsrats-Sitzung am 04. Februar 2015 zu nehmen:

 Aktion ,,Kerpener für ein friedliches Zusammenleben“

 Die FDP Kerpen wünscht sich eine Aktion unter dem Motto ,,Kerpener für ein friedliches Zusammenleben“. Dabei sollen sich alle Bürgerinnen und Bürger und die jeweiligen Institutionen, die in Kerpen gemeinsam ein Zeichen setzen wollen, versammeln und möglichst eine Menschenkette gestalten. Die Organisation soll mit den Parteien, Verbänden und Vereinen gestaltet werden. Diese kann zeitnah erfolgen oder was dem Anlass auch sehr entspricht, am Tag der Deutschen Einheit, an dem jeweils auch in Kerpen das Fest der Kulturen stattfindet. Die Aktion „Kerpener für ein friedliches Zusammenleben“ kann vor dem Fest oder anschließend erfolgen.

Am 7. Januar 2015 verübten radikalislamische Terroristen einen Anschlag auf die Mitarbeiter im Redaktionsbüro der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo. Dieser Terroranschlag gegen die allgemeinen Menschenrechte und damit nicht zuletzt gegen die Meinungs- und Pressefreiheit hat eine Dimension erreicht, die erschreckend ist. Dabei ist nach Ansicht der FDP Kerpen eine fortschrittliche und an den universellen Menschenrechten orientierte Islamkritik dringend notwendig. Diese darf aber nicht eine Grundlage für Ausländerfeindlichkeit, Islamhass oder Islamophobie sein oder sich dahin entwickeln. Die FDP Kerpen wünscht vor dem Hintergrund der jüngsten schrecklichen Vorfälle in Frankreich auch in Kerpen ein gemeinsame Organisation der Kerpener Parteien, Vereine und Verbände, Kirchen und Moscheen. Damit sollen für die Errungenschaften eines friedlichen Zusammenlebens der Religionen und Kulturen demonstriert und für Demokratie, wie auch Meinungs- und Pressefreiheit ein Zeichen gesetzt werden. Zwar haben die Bürgerinnen und Bürger dankbar die mahnenden Worte aus der Politik, den Kirchen und Vertreter der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland zur Kenntnis genommen. Jedoch ist auch in Kerpen die Verunsicherung weiterhin groß und es fehlt doch ein Zeichen oder ein Appell aus der Kerpener Zivilgesellschaft, die Grundsätze unseres Landes, für die Grundsätze des Rechtsstaates zu demonstrieren und dafür zu sorgen, dass alle, auch die muslimischen Bürger, in Frieden und Sicherheit leben können.

Mit dieser Maßnahme und Aktionen sollen Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine, Verbände und Organisationen ein Zeichen für Vielfalt, Respekt, Demokratie, Toleranz und ein friedliches und solidarisches Zusammenleben in der Stadtgesellschaft setzen. Dabei ist es wichtig, dass insbesondere Muslime sich an der Veranstaltung beteiligen, damit sie Flagge zeigen gegen Islamismus und Fundamentalismus und radikalislamisches Gedankengut, das sich zwar auf den Islam bezieht, aber überhaupt nichts mit dieser Religion zu tun hat. Es ist umso wichtiger, deutlich zu machen, dass Kerpen die Heimat einer vielfältigen, internationalen und bunten Gesellschaft ist und diese nicht von Islamisten, aber auch nicht von Islam- und Ausländerhassern beeinflusst werden darf.