Niederjohann: Erfthalle besser vermarkten statt einfach dicht zu machen!

07. März 2016, News
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Oliver Niederjohann

Für die Kerpener Freidemokraten hat die Türnicher Erfthalle viel Potential, das aber nicht genutzt wird. Vor diesem Hintergrund möchte auch der Fraktionsvorsitzende der FDP im Rat der Stadt Kerpen, Oliver Niederjohann, eine mögliche Schließung der Halle vermeiden und sieht diese nur als allerletzte Maßnahme an. Eine Schließung der Halle hätte jedoch auch die Konsequenz, dass Türnich damit keine repräsentativ öffentliche Halle mehr hätte. Das derzeitige Problem ist nach Meinung Niederjohanns letztendlich die Nutzungshäufig der Türnicher Halle. Diese ist mit aktuell durchschnittlich 17 Veranstaltungen im Jahr ausgesprochen gering. Somit müssen die immensen Kosten von allen Kerpener Bürgerinnen und Bürgern getragen werden, was bei der aktuellen angespannten Haushaltslage jedoch unverantwortlich sei. Die FDP richtet deshalb ihr Augenmerk auf die Ursachen des vermeintlichen Missmanagements und auf Lösungen. Daher erwartet der Fraktionsvorsitzende transparentere Zahlen von Seiten der Verwaltung, wie sich die Kosten überhaupt zusammensetzen, und warum die Erfthalle in den letzten Jahren derart auf Desinteresse gestoßen ist.

„Theoretisch müsste sich die Türnicher Erfthalle eigentlich zu einem Veranstaltungsmekka mausern. Denn die Halle ist weiterhin attraktiv, sie liegt zwar nicht zentral, aber trotzdem verkehrsgünstig und ist auch für Auswertige leicht zu erreichen. Außerdem ist der im Vergleich große Parkplatz ein Plus. Die Parkfläche, die im Regelfall kostenlos von den Türnichern und der anliegenden Schule genutzt wird, kann bei größeren Veranstaltungen für die Gäste der Halle reserviert werden.“ Niederjohann sieht weniger das Problem bei der Attraktivität der Erfthalle für Veranstaltungen, sondern bei der Öffentlichkeitsarbeit der Verwaltung und auch bei der unflexiblen wohl internen Durchführung der Vergabe. „Uns sind Anfragen von insbesondere türkischen Bürgerinnen und Bürgern bekannt, die die Erfthalle als Festsaal für Türkische Hochzeiten nutzen wollten. Da jedoch zur damaligen Zeit vereinzelt nicht an die Reinigungspflicht gehalten wurde und die Stadt die Reinigung entgegen der Absprache übernehmen musste, soll die Verwaltung seitdem nicht mehr für Türkische Hochzeiten vermietet haben. Wir sind jedoch der Meinung, dass diese Möglichkeit wieder reaktiviert werden muss.“

Für Niederjohann macht es auch Sinn, die Gebühren der Erfthalle auf das Niveau der Jahnhalle zu senken, damit sie auch attraktiv für kleinere Vereine und auch Unternehmen wird, die im Umkreis ein Saal zum Beispiel für Betriebsversammlungen oder -feiern nutzen möchten. Letztendlich hänge jedoch alles von einer engagierten, von der Routine losgelösten Vermarktung ab, ob ein Erfolg absehbar ist oder nicht. „Es wäre schade, wenn am Ende die Erfthalle wirklich geschlossen werden muss, weil die Verwaltung diese selbst bereits aufgegeben oder runtergewirtschaftet hat. Dann macht es eher Sinn, die Halle an einen privaten Investor zu verkaufen. Ich gehe davon aus, dass ein möglicher Verkauf auf Interesse stoßen wird.“ so Niederjohann. „Wir sehen Potential. Aber wir haben gleichzeitig auch die Kosten vor Augen, die man verantworten muss. Wenn letztendlich keiner der Maßnahmen den gewünschten Erfolg vorweisen kann, sollte eine Schließung als letzte Maßnahme kein Tabu sein.“