Antrag: Errichtung eines Studentenwohnheims im Horremer Gleisdreieck

17. August 2016, Anträge / Anfragen

Sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Ripp,

wir bitten Sie oben genannten Punkt auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr am 30. August zu nehmen und nachfolgenden Antrag zur Abstimmung zu stellen.

Beschlussvorschlag:
Der Ausschuss für Stadtplanung und Verkehr beauftragt die Verwaltung bis zur Haushaltsberatung des Ausschusses in 2017 zu prüfen, inwiefern die Errichtung eines Studierendenwohnheims im Horremer Gleisdreieck baurechtlich möglich und finanzierbar ist. Die Verwaltung soll hierbei auch darstellen, welche Grundstücke in der Nähe des Horremer Bahnhofs für ein solches Vorhaben geeignet sind.

Dabei soll auch geprüft werden, ob und wie ein Gründerzentrum/eine Start-Up-Schmiede hier mit eingeplant werden kann.

Insbesondere soll auch geprüft werden, wie eine Realisierung und Finanzierung des oben genannten Vorhabens bspw. mit privaten Investoren oder dem Kölner Studierendenwerk möglich ist. Weiterhin sollen Möglichkeiten dargestellt werden, eine solche Immobilie als energieeffizienten Wohnraum zu errichten und damit auch zu prüfen, ob eine Förderung durch Mittel des Landes oder des Bundes erreicht werden kann. Sofern relevant sollen auch andere Förderprogramme in Betracht gezogen und dargestellt werden.

Begründung:
Die FDP-Ratsfraktion sieht aufgrund der aktuellen Wohnungsnot insb. bei Studierenden innerhalb der Stadt Köln einen vermehrten Bedarf nach gutem und günstigem Wohnraum für junge Erwachsene innerhalb der Stadt Kerpen. Weiterhin soll dieses Zukunftsprojekt junge Leistungsträger an die Kolpingstadt binden und dabei der demographischen Entwicklung entgegenwirken. Außerdem sieht die FDP-Fraktion hierdurch auch Chancen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung im Stadtgebiet. Dazu im Einzelnen:

I. Aktuelle Situation innerhalb der Universitätsstadt Köln
Die Wohnungslage der Stadt Köln für junge Studierende ist zunehmend problematisch und im Rahmen der wachsenden Zahlen der Studierendenschaft in der Wachstumsregion Köln/Bonn haben sich in den Universitätsstädten die Mietpreise für geeigneten Wohnraum vervielfacht (siehe dazu: http://www.ksta.de/ratgeber/finanzen/koelner-studenten-zu-den-teuren-appartements-sote-23073342). Aus der Wohnungsnot innerhalb des Einzugsgebiets der Stadt Köln wird vermehrt Profit auf Kosten der Studierendenschaft geschlagen – Studierende sind darauf angewiesen auch größeren nebenberuflichen Tätigkeiten nachzugehen um selbstständig und selbstbestimmt zu leben. Eine Konzentration auf ein erfolgreiches Vollzeitstudium ist damit erschwert, wenn nicht sogar unmöglich. In der Gesamtschau aller Faktoren wird damit auch verhindert, dass dringend benötigte Akademiker schnell auf den Arbeitsmarkt kommen, die von der Wirtschaft, auch vor dem Hintergrund der vermehrten Entwicklung zu einer Dienstleistungsgesellschaft, dringend benötigt werden. Dies gilt umso mehr für unsere Wachstumsregion.

II. Vergleichbare Konzepte im Rhein-Erft-Kreis
Das erfolgreiche Projekt des Studierendendorfs der im Rhein-Erft-Kreis befindlichen Stadt Hürth hat gezeigt, dass Studierende bereit und in der Lage sind, auch weiter entfernte Wohnmöglichkeiten zu nutzen um günstig und gut nahe der Universitäten und Hochschulen zu wohnen (siehe dazu: http://www.ksta.de/region/rhein-erft/huerth/ausbau-in-huerth-neue-wohnheime-im-studentendorf-in-huerth-efferen-22842826). Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich die Studentenstadt der Stadt Hürth nur an der Linie 18 der KVB befindet. Eine Möglichkeit zur Nutzung dieses Wohnraums für Studierende an einer technischen Hochschule, wie der RWTH Aachen, ist damit aufgrund der mittelmäßigen Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr nicht möglich. Aufgrund dieser langen Pendelzeit wird erschwert, dass Studierenden die Möglichkeit genommen wird diesen Wohnraum auch während der Studienzeit in Aachen oder Düsseldorf zu nutzen.

III. Verkehrstechnische Lage im Großraum Köln-Bonn-Aachen-Düsseldorf
Die Stadt Kerpen bietet am Gleisdreieck einen entscheidenden Vorteil – der Horremer Bahnhof, in seiner Funktion als “Hauptbahnhof” des Rhein-Erft-Kreises, bedient die Universitätsstädte Köln, Düsseldorf und Aachen mit Direktverbindungen mit maximal benötigten 50 minütigen Reisezeit über den öffentlichen Nahverkehr. Eine Erschließung des Wohngebiets im Rahmen des öffentlichen Nahverkehrs ist damit bereits abgesichert. Weiterhin bietet sich durch die wirtschaftliche Entwicklung des Stadtteils Horrem eine gute Nahversorgung dort ansässiger Studierender.

Außerdem haben die Studierenden der Universitäten im Großraum Köln-Bonn-Düsseldorf-Aachen die Möglichkeit das eingeführte NRW-Ticket sinnvoll zu nutzen und dabei den Standort Kerpen als kostengünstige Wohnmöglichkeit in Betracht zu ziehen.

IV. Meinungsbild innerhalb der Bürgerschaft
Weiterhin kommen aus der Bürgerschaft der Stadt Kerpen vermehrt Nachfragen zur Einrichtung guten und günstigen Wohnraums innerhalb des Stadtgebiets für junge Erwachsene. Viele Bürgerinnen und Bürger möchten ein selbstständiges Leben ihrer Kinder fördern, dabei allerdings keine allzu großen räumlichen Entfernungen zu den studierenden Kindern haben. Die Bürgerschaft wünscht sich für ihre Kinder guten und günstigen Wohnraum.

V. Entwicklung der Stadt Kerpen
Mithin befürwortet die FDP-Fraktion vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung der Stadt Kerpen eine nachhaltige Verjüngung des Stadtteils Horrem. Die FDP-Fraktion sieht in der Ansiedlung junger Menschen in Kerpen einen entscheidenden Vorteil in der Wettbewerbsfähigkeit der Stadt Kerpen im Rahmen des Bevölkerungszuwachses des Großraums Köln-Bonn. Junge Menschen sollen durch die verkehrsgünstige Lage der Stadt Kerpen einen Anreiz dazu sehen, auch nach dem Studium in Kerpen zu wohnen und im Rahmen eines städteplanerischen Masterplankonzepts, auch die Wirtschaft innerhalb des Stadtgebiets zu stärken.

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Baumfalk

Oliver Niederjohann                  f.d.R. Tamer Kandemir
Fraktionsvorsitzender FDP       Fraktionsgeschäftsführer