Kerpener Koalition ebnet weg für Mehrgenerationen-Wohnformen

08. September 2016, News

Planungsausschuss beschließt neues Vergabemodell nach intensiven Beratungen

mehrhernationenCDU, FDP, BBK und PIRATEN gehen bei der Vermarktung von Grundstücken einen neuen Ansatz und ermöglichen Bauvorhaben mit dem Gedanken des Mehrgenerationen-Wohnens. Der Stadtplanungs- und Verkehrsausschuss hat hierzu am Dienstag einen Beschluss auf Initiative von CDU und FDP gefasst, der bei der Vergabe von Grundstücken im nördlichen Bauabschnitt des Vogelruhterfeldes in Sindorf BewerberInnen bevorzugt, die gemeinsam mit Kindern oder Enkeln bauen möchten. Vorangegangen war die enttäuschende Resonanz auf das einstimmig verabschiedete Konzept für ein Seniorendorf an gleicher Stelle. Dieses hatte bis zum Ablauf der Frist gerade einmal vier verbindliche Interessenten vorweisen können und war damit weit unter der notwendigen Anzahl geblieben.

„Wir ermöglichen damit Großfamilien, die schon lange an einer Stelle gemeinsam Wohnen wollen, ihre Träume zu verwirklichen. Die bisherige Bevorzugung junger Familien war sicherlich richtig, aber für die SeniorInnen nachteilig. Nun gehen wir neue Wege und ermöglichen Mehrgenerationen-Wohnformen erstmals auch praktisch im Gebiet der Kolpingstadt.“, so Mario Baldin, Vorsitzender der CDU Kerpen aus Sindorf.

FDP-Stadtverbandsvorsitzender Christian Pohlmann drückt gleichzeitig sein Bedauern über das nicht zustande gekommene bisherige Konzept aus: „Wir hätten es gerne gesehen, wenn das Konzept von Erfolg gekrönt ist. Nur vier verbindliche Interessenten binnen sechs Monate, in einer Zeit wo Häuser und Grundstücke binnen weniger Tage den Besitzer wechseln, sind aber schlicht zu wenig gewesen. Der Investor konnte in der Ausschusssitzung zwar eine Zusage zum sofortigen Baubeginn machen, aber nur wenn wir uns ohnehin vom Konzept Seniorendorf verabschiedet hätten. Die freie Vermarktung mit der Zielgruppen Großfamilien war da die bessere Lösung, als die Bindung an einen, bislang erfolglosen Investor.“

Enttäuscht reagieren die Mehrheitsparteien auf die Angriffe der SPD. Noch in der Sitzung hatten CDU, FDP und BBK/PIRATEN einer Sitzungsunterbrechung und Erörterung mit dem Investor zugestimmt. Dabei war der Grundsatzbeschluss zur individuellen Vermarktung bereits im Juni gefasst worden. Dass die SPD nun behauptet sie hätte sich innerhalb von knapp drei Monaten nicht ausreichend mit der Gesamtthematik oder binnen 90-minütiger Diskussion im Ausschuss nicht mit dem Mehrgenerationen-Konzept beschäftigen können ist für die Ratsfraktionen eine Unverfrorenheit. „Wir haben unser Konzept ausführlich und in Länge dargestellt. Der ursprüngliche Beschluss wurde schon im Juni gefasst. Zudem werden wir mit dem neuen Mehrgenerationen-Konzept gerade die Seniorinnen und Senioren erreichen, die das bisherige Seniorendorf-Konzept nicht erreichen konnte.“, so Klaus Ripp, CDU-Fraktionsvorsitzender.