FDP Kerpen spricht sich erneut für einen Neubau des Europagymnasiums aus

18. Oktober 2016, News

GymnasiumEin Plädoyer für das Europagymnasium Kerpen, die wohl größte Schule Deutschlands mit höheren Schülerzahlen als das Friedrich-Schiller-Gymnasium im baden-württembergischen Marbach und das Gymnasium im niedersächsischen Achim, mit mehr als 100 Klassenräumen, drei Schulhöfen und einer Bibliothek mit mehr als 33.000 Büchern.

Das Gymnasium Kerpen, in seiner mehr als 40-Jährigen Geschichte oftmals als Vorreiter maßgeblich an der Entwicklung andere Schulen beteiligt, Trend setzend bei der Einführung der differenzierten Oberstufe, dem Angebot doppelqualifizierender Bildungsgänge und bilingualer Zweige, zertifiziert den Namenszusatz Europaschule zu tragen. Das Europa-Gymnasium der Kolpingstadt: eine Superlative, die ursprünglich als Schulzentrum für Gymnasium, Realschule und Hauptschule für etwa 2.200 Schüler konzipiert wurde, und die ihres Gleichen in Deutschland sucht.

Doch die Fassade bröckelt seit Jahren. Der in die Jahre gekommene Bildungskomplex, dessen erste Gebäudeteile Anfang der 70er-Jahre errichtet wurden, kämpft nicht nur mit steigenden Schülerzahlen. Auch Anforderungen, die sich aus der Inklusion ergeben, können im vorhandenen Gebäudebestand nur mit großem Aufwand bewältigt werden. Der Schulentwicklungsplan zeigt langfristig weitere stabile Schülerzahlen auf, so das schon jetzt von einem Raumdefizit von mehr als 20 klassengroßen Räumen ausgegangen wird.

Herabfallende Unterkonstruktionen der Decke, durchnässte Wärmedämmungen, spröde, wasserdurchdringende Dächer und Fassaden sowie die allgemeine marode Grundsubstanz der beiden Gebäudekomplexe zehren am Image der Superlative. Asbestbelastete Teile der Fassade, ebenso wie diverse zwingend notwendigen Maßnahmen zum Brandschutz fordern eine konzeptionelle und bauliche Neuentwicklung oder Sanierung des  Gymnasiums.

Noch in diesem Jahr äußerte sich die Stadt Kerpen im Kölner Stadt-Anzeiger, dass „aus fachlicher Sicht… etwa 95 Prozent für eine Sanierung des bestehenden Gebäudes und fünf Prozent dagegen“ sprechen. Die Betonskelettbauweise der Europaschule sei ideal, um „sie systematisch runterzubauen“. (Quelle: http://www.ksta.de/1329060 ©2016)

Die Freien Demokraten können sich diese Vorgehensweise mit dem nun vorliegenden Gutachten nicht vorstellen: „Wir Freie Demokraten der Kolpingstadt Kerpen sind traditionell als Bildungspartei hier verankert. Wir können uns gerade auch mit Blick auf die Sanierung der Erftlagune und den damit verbundenen nicht vorhersehbaren Zusatzkosten eine Sanierung des Europa-Gymnasiums nicht vorstellen.“ so Oliver Niederjohann, Fraktionsvorsitzender der FDP.

Rüdiger Schmidt, Stv. Vorsitzender der FDP Kerpen und Mitglied im Schulausschuss ergänzt: „Es bedarf schon einer große Portion Optimismus über diese Art der Sanierung nachzudenken. Wer jemals versucht hat ein altes Haus zu modernisieren der weiß wovon ich rede. Fliesen abzuschlagen und Wände neu zu bekleben, das ist das eine, aber den Schimmel, der in feuchten Wänden stetig neue Wege findet, zu besiegen und dafür Sorge zu tragen, dass neue Sporen nicht durch neue Fugen dringen, das ist nur mit einem Höchstmaß an Aufwand und Kosten zu bewerkstelligen. Ein Neubau ist für uns deshalb unausweichlich. Wir sind sicher, dass das nun vorliegende Gutachten unsere Einschätzung auch kostentechnisch bestätigen wird.“

Die Freien Demokraten bestätigen und bekräftigen hier noch einmal mehr ihre Position. „Der Neubau des Europa Gymnasiums hat für uns Priorität. Wir werden im Interesse der Zukunft, mit Blick auf die Entwicklung unserer Kinder, die Interessen der Schüler, der Elternschaft und der Lehrer vertreten“, ergänzt Niederjohann.