Kerpener Liberale fordern die Überarbeitung der Baumschutzsatzung weit über die Ankündigungen der Verwaltung hinaus

05. Mai 2017, News

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Neben einer Reduzierung des verwaltungstechnischen Arbeitsaufwandes sollen höhere Rechtssicherheit für private Bürger sowie der Schutzumfang auf das notwendige Minimum gemindert werden.

Auf Grund der Baumfällungen an der Villa Trips und der damit einhergehenden, ausgesprochenen Überarbeitung der Satzung wie im Umweltausschuss beschlossen, greift nun die FDP-Fraktion im Rat der Kolpingstadt Kerpen die Forderung nach einer grundsätzlichen Überarbeitung der Satzung auf. Nach Ansicht der Liberalen kann die Rechtssicherheit und das Bewusstsein für den Baumschutz nur durch eine flächendeckende und allgemein bekannte, zeitgemäße Satzung gestärkt werden, die auch gerade im privaten Umfeld einen klar definierten Handlungsfreiraum einräumt. Nach Meinung der FDP hat das zeitnahe, rechtskonforme Fällen des alten Baumbestandes in Horrem die Diskussionen zur Baumschutzsatzung neu entfacht.

„Wenn, wie hier im Falle der Trips Villa alter Baumbestand vorschnell, aber legal im Rahmen der bestehenden Baumschutzverordnung, vernichtet wird, und auf der anderen Seite der Hausbesitzer im Dauerstreit mit seinem Nachbarn wegen Laubabwurfs nicht agieren darf, dann ist der dringende Handlungsbedarf der Stadt gefordert“, so Christian Pohlmann, Vorsitzender des Liberalen Stadtverbandes.

„Dem Kleingärtner ist nur schwer zu vermitteln, warum alter Baumbestand, wie hier in Hemmersbach, gefällt werden kann und er seine zu groß gewordene Lärche um des Friedens willen nicht stutzen darf. Es fehlen die klaren, rechtssicheren Leitlinien. Hier pauschal alles über einen Kamm zu scheren ist sicher der falsche Ansatz. Auch ein Baum einer gewissen Größe, lichtnehmend und dem Nachbarn zum Ärger, muss das Recht haben zu bleiben. Aber es muss dem Nachbarn nicht zugemutet werden, ihn in seiner Lebensqualität zu beeinträchtigen“ ergänzt der stellvertretende Vorsitzende und Pressesprecher des Stadtverbandes Rüdiger Schmidt.

Die Freien Demokraten bekräftigen ihren Willen zum Erhalt schützenswerten Baumbestandes nicht nur als Zeugen der Geschichte oder prägender Gestaltungsmerkmale innerhalb des Stadtgebietes, sondern eben auch als Lebensraum heimischer und seltener Tierarten.

„Wir müssen erreichen das Bäume in Gärten nicht kurz vor Erreichen der Mindestgröße oder des Mindestdurchmessers der Kettensäge zum Opfer fallen, nur weil festgesetzte Regelungen ein späteres Handeln unmöglich machen. Nur durch die Neuauflage der bestehenden Satzung kann ein Kahlschlag vermieden werden. Klare zeitgemäße Regelungen zum Erhalt wie auch der Neuanpflanzung für zukünftige Generationen schafft nicht nur Sicherheit, sondern trägt auch zur Kostenreduzierung durch verminderten Verwaltungsaufwand bei“ so abschließend Christian Pohlmann.