FDP-Liste beantragt Informationen über NS-Aufklärungsarbeit an den Schulen

01. Juni 2017, News

Akandemiruf Antrag der FDP-Liste im Integrationsrat sollen Vertreter des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln eingeladen werden, um dem Integrationsrat die Aufklärungsarbeit der NS-Dokumentationsstelle vorzustellen. Dabei soll vor allem auf spezielle Aufklärungs- und Präventionsangebote für Menschen mit Migrationshintergrund – insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene – eingegangen werden, die aufgrund ihrer eigenen Zuwanderungsgeschichten bzw. aufgrund der Zuwanderungsgeschichten ihrer Familien oftmals keinen persönlich-historischen Bezug mehr zur deutschen NS-Vergangenheit haben.

„Junge Menschen sollten über die Geschichte des jüdischen Lebens in Europa vor dem Zweiten Weltkrieg sowie den Massenmord an mindestens sechs Millionen Juden während der NS-Diktatur in einer altersangemessenen und wirksamen Weise in ganz Deutschland informiert werden,“ sagt der Sprecher der FDP-Liste im Integrationsrat, Sami Dogan. „Es ist keine Seltenheit mehr im Rhein-Erft-Kreis, wie auch in Kerpen,  dass sich Kinder aus 30 verschiedenen Herkunftsländern ein Klassenzimmer teilen. Eine dominierende Erinnerungskultur wird nicht mehr vorhanden sein. Für Geschichtsunterricht über Nationalsozialismus heißt das auch: Die einfache Täter-Opfer-Schablone passt nicht mehr.“

Der Nahostkonflikt wird nach Ansicht des liberalen Politikers automatisch zum Thema, wenn über das Schicksal der Juden gesprochen wird. „Gerade in Klassen mit mittlerweile vielen Kindern arabischer Herkunft. Wie lässt sich die NS-Vergangenheit an Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, insbesondere auch bei den Flüchtlingskindern mit Bleiberecht, die bald oder bereits die Schule besuchen, vermitteln?“ Auf diese und andere Fragen soll im nächsten Integrationsrat eingegangen werden. „Auch sollen Lehrerinnen und Lehrer aus den weiterführenden Schulen der Stadt Kerpen eingeladen werden und über ihre Erfahrungen aus den Klassen berichten.“ so Dogan.