Nutzung und Weiterentwicklung von SEVAS – Leitsystem für LKW

20. März 2018, Anträge / Anfragen

Sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Ripp,

die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Kerpen beantragt, zur Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Verkehr am 10.04.2018 o.g. Punkt auf die Tagesordnung zu nehmen und folgenden Beschlussvorschlag zur Abstimmung zu stellen:

Beschlussentwurf:

Der Rat der Kolpingstadt Kerpen beauftragt die Verwaltung, sich im Rahmen des Projekts „Effiziente und stadtverträgliche LKW-Navigation für das Rheinland und NRW“ in den Projektgremien für die Umsetzung folgender Punkte einzusetzen:

  1. Weiterentwicklung der Plattform SEVAS, mit Fokus auf den Ausbau der Funktion „Vorrangrouten“, um eine differenzierte Verkehrssteuerung nach Quell- und Zielgebieten zu ermöglichen.
  2. Ausbau der Zusammenarbeit mit Projekten gleicher Zielrichtung, z.B. mit dem Projekt „Stadtverträgliche LKW-Navigation“ des Regionalverbands Ruhr, um Entwicklungsressourcen zu bündeln, Kosten zu senken und der Entstehung regionaler Insellösungen entgegenzuwirken.
  3. Verstärkte Einbindung der Wirtschaft, insbesondere von Verbänden und Unternehmen der Logistikbranche, um dort vorhandenes Fachwissen für die Weiterentwicklung zu nutzen.

Begründung:

Die FDP-Fraktion im Rat der Kolpingstadt Kerpen begrüßt das Engagement der Stadt in der Pilotphase des Projekts „Effiziente und stadtverträgliche LKW-Navigation für das Rheinland und NRW“ und der Entwicklung der Plattform „SEVAS“.

Zu 1)

Die Möglichkeit von SEVAS, Vorrangrouten für den LKW-Verkehr zu definieren, hat großes Potential. Voraussetzung ist allerdings, dass eine Lenkung differenziert nach Quell- und Zielgebiet des Verkehrs möglich ist.

Das Spannungsfeld hierbei ist die gezielte Reduzierung des Verkehrs auf überlasteten Strecken einerseits und die Vermeidung von ökonomisch und ökologisch unnötigen Umweg-Verkehren andererseits.

Aufgrund der Informationen die dem AK für Verkehrsplanung und Verkehrssicherheit zur Sitzung am 14.02.2018 zur Verfügung gestellt wurden und im Netz verfügbarer Tutorials des Software-Entwicklers „Side by Site“ scheint SEVAS derzeit die Möglichkeit einer differenzierten Festlegung von Vorrangrouten abhängig vom Quell- und Zielgebiet des Verkehrs nicht zu bieten.

Eine Strecke kann demzufolge nur pauschal positiv als Vorrangroute klassifiziert werden

Verkehrsleitsysteme der Zukunft benötigen diese Funktion, um gezielt Engpassstellen zu entlasten und den Verkehr über schwächer frequentierte Routen zu steuern. Eine undifferenzierte Positiv-/Negativ-Klassifizierung von Strecken wird jedoch teilweise ökologisch und ökonomisch schädliche Umweg-Verkehre verursachen.

Für Kerpen mit dem Engpass Erfttalstraße, die durch den innerstädtischen Verkehr und den Zu- und Ablaufverkehr zur A4 über die Autobahnanschlussstelle stark belastet ist, ist die Möglichkeit einer differenzierten Vorrang-Routung des LKW Verkehrs über die neue Autobahnanschlussstelle Sindorf – Elsdorf von großer Bedeutung.

Dies gilt insbesondere angesichts der projektierten und im Bau befindlichen Logistikflächen in den Sindorfer Industriegebieten, die eine Zunahme des LKW-Verkehrs zur Folge haben werden.

Eine Weiterentwicklung von SEVAS ist deshalb im Interesse der Stadt Kerpen.

zu 2)

Die zur Weiterentwicklung notwendigen Ressourcen erfordern eine Kooperation der Projekte gleicher Zielrichtung, vor allem mit dem Projekt „stadtverträgliche LKW-Navigation“ des Regionalverbands Ruhr und ggfs. weiterer Projekte. Eine Weiterverfolgung regionaler Insellösungen birgt die Gefahr von parallelem Entwicklungsaufwand und Mehrkosten.

zu 3)

Unternehmen der Logistikbranche sind als Nutzer von Navigations-, Telematik- und Flottensteuerungssoftware die Endnutzer der in SEVAS erfassten Daten. Dort sind Kenntnisse über Verkehrsströme, hochfrequentierte Belade- und Entladestellen etc. vorhanden. Dieses praktische Wissen gilt es sowohl bei der Weiterentwicklung der Software aber auch bei der Umsetzung auf regionaler Ebene und auf lokaler Ebene in Kerpen zu nutzen.