Pohlmann: Die vermeintlich Guten tolerieren im Hambacher Forst menschenunwürdige Aktionen

18. September 2018, News

Kerpener Freidemokraten fordern, zu einem friedlichen und ehrlichen Verhalten zurückzukehren

Ist zum Protest gegen die Braunkohle denn wirklich alles erlaubt? Das fragen sich die Kerpener Freidemokraten derzeit.

Seit fünf Tagen wird nun schon der Hambacher Forst geräumt. Mittlerweile nehmen die Berichte über zumindest unappetitliche, eher aber auch menschenunwürdige sowie auch gemeingefährliche Protestformen zu. Am Wochenende wurde zuerst von Eimern mit Fäkalien berichtet, die auf die vor Ort tätigen PolizistInnen abgeworfen werden. Am Sonntag kamen auch noch Schilderungen von Fallen hinzu, die zur bewussten Verletzung von Menschen vorbereitet worden sind. Die FDP Kerpen will dem nicht länger nur tatenlos zuschauen. Sie ruft die Demonstranten auf, auch wirklich friedlich zu bleiben. Zudem fordern die Freien Demokraten nun alle Parteien dazu auf, sich ausdrücklich von gewalttätigen und menschenunwürdigen Formen des Protestes zu distanzieren.

„Es reicht nicht aus, wenn PolitikerInnen für einen friedlichen Protest gegen die Braunkohle werben. Jeder, der nicht zugleich auch die extremen Auswüchse im Hambacher Forst deutlich verurteilt, macht sich moralisch mitschuldig an dem, was dort passiert.“, so Christian Pohlmann, Vorsitzender der Freien Demokraten. „Es kann nicht sein, dass der Versuch, den Staat und die BürgerInnen unserer Region jetzt zu terrorisieren, von den vermeintlich friedlichen Kohlegegnern toleriert wird. Wie schon so häufig zitiert, gilt auch hier: ‚Das Böse triumphiert, wenn gute Menschen nichts unternehmen‘“, so Pohlmann weiter.

Die Freien Demokraten in Kerpen fordern ihre politischen Mitbewerber auch auf, in der Angelegenheit Hambacher Forst ehrlich zu sein. „Ich frage mich, für wie blöd so mancher aus dem linken Lager die BürgerInnen hält. Es ist eine Sache, wenn man in der Regierungsverantwortung der Abholzung des Hambacher Forstes zustimmt, sich hinterher aber daran nicht mehr erinnern will. Eine andere Sache aber ist es, wenn man dann sogar noch zu Protestveranstaltungen gegen die eigene, wenn auch frühere Politik aufruft. Ähnlich verhält es sich, wenn man grundsätzlich für Braunkohle und Tagebau ist, dann aber doch lieber noch etwas warten möchte. Letztlich kann man nicht in Chemnitz und Köthen nach dem Rechtsstaat rufen und dann fordern, dass er in Kerpen und Merzenich ignoriert wird, weil es da ja um die eigene, linke Überzeugung geht“, so Pohlmann abschließend.