Sachstand barrierefreie Wohnungen

18. September 2019, Anträge / Anfragen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Spürck,

die FDP-Fraktion im Rat der Kolpingstadt Kerpen bittet die Verwaltung, zur Ratssitzung am 24. September 2019 folgende Fragen zu beantworten:

  1. Mit welchem Bedarf an barrierefreien Wohnungen im Stadtgebiet Kerpen wird in den kommenden 5, 10 und 20 Jahren gerechnet?
  2. Mit welcher benötigten Wohnungsgröße (Anzahl der Zimmer) an barrierefreien Wohnungen wird gerechnet? Wie viele 1-Zimmer-Wohnungen, wie viele 2-Zimmer-Wohnungen, etc. werden voraussichtlich benötigt? Wird auch Wohnraum eingeplant für Familien oder Gemeinschaften mit größerem Raumbedarf?
  3. Wie wird sich voraussichtlich der Anteil der Personen oder Bedarfsgemeinschaften entwickeln, die Bedarf an barrierefreien Wohnungen haben und Bezieher geförderter Wohnungen sind bzw. sein werden (z.B. durch Altersarmut)?

Begründung:

Auf Grund der demographischen Entwicklung der Bevölkerung wird auch in der Kolpingstadt Kerpen der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum in den nächsten Jahren steigen. Aber nicht nur Senioren und Seniorinnen, welche hauptsächlich Wohnraum für eine oder zwei Personen benötigen werden, suchen bereits heute passenden, altersgerechte Wohnungen. Auch kinderreiche Familien oder Familien, die generationsübergreifende Wohnlösungen anstreben, melden bereits jetzt vermehrt Bedarf an barrierefreien Wohnungen.

Besonders bei Wohnraum im unteren und mittlerem Preissegment und bei sozial geförderten Wohnungen scheint bereits jetzt der Bedarf das Angebot zu übersteigen. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren zuspitzen. Hier bittet die FDP-Fraktion um Informationen, um dem zu erwarteten Engpass bereits jetzt entgegensteuern zu können.

Auch wir sehen Barrierefreiheit als Chance und Notwendigkeit, welche als Querschnittsthema zur Umsetzung demografischer, ökonomischer und nachhaltiger Konzepte dient.

„Barrierefreies Bauen und Gestalten ist keine Frage der Kosten, sondern vielmehr der Konzeption und Planung. So kommt eine KfW-Studie 2017 – für uns nicht verblüffend – u.a. zu dem Ergebnis, das Barrierefreiheit im Neubau nur gut ein Prozent der Gesamtbaukosten ausmacht. Werden diese Mehrkosten in Beziehung zum Anstieg der Grundstückskosten, Kaufpreise oder auch der Grunderwerbsteuer in den vergangenen Jahren gesetzt, so erscheinen sie vernachlässigbar gering. Das gilt insbesondere dann, wenn die Einsparmöglichkeiten durch umsichtige Planung und kluge Auftragsvergabe dagegengehalten werden.“ (Quelle: https://www.bpass.eu/kommunen)