FDP: Landesgartenschau lenkt von wichtigen Zukunftsprojekten ab

24. September 2019, News, Teaser
Oliver Niederjohann

Oliver Niederjohann

Die FDP sieht eine Bewerbung für eine Landesgartenschau in Kerpen skeptisch. Ein Grund ist das insgesamt zu große finanzielle Risiko.  Zwar ermögliche nach Meinung der Liberalen eine Landesgartenschau, neben den Fördermitteln für die Ausrichtung, oft einen Zugang zu weiteren Fördertöpfen, aber Finanzierungslücken könnten nicht mit Zuschüssen gedeckt werden. Die Kosten müssten durch Eintrittsgelder, Mieten, Spenden und Eigenmitteln kompensiert werden. Das finanzielle Risiko einer Landesgartenschau trägt damit die ausführende Kommune.

„Man braucht locker sieben bis acht Jahre Vorlaufzeit zur Planung“, meint Oliver Niederjohann, FDP-Fraktionsvorsitzender im Rat der Kolpingstadt Kerpen. „Fakt ist, dass sich die gesamte Politik und insbesondere die Verwaltung komplett nur noch auf diese Aufgaben konzentrieren und fokussieren müsste. Es besteht die Gefahr, dass die Herausforderungen, die wir als Stadt Kerpen zu stemmen haben, wie das ISEK, der Neubau des Kerpener Gymnasiums, wie auch viele andere Projekte, wegen der Landesgartenschau hintenanstehen und nicht verwirklicht werden können.“ Diese Ressourcen dürften laut Niederjohann nicht verschwendet werden „Die Region befindet sich im Strukturwandel, deshalb muss unsere Stadt nicht nur optisch, sondern auch wirtschaftlich für die Zukunft gestärkt werden. Landesgartenschauen sollen in erster Linie eigentlich alte Brach- oder Industrieflächen aufwerten.“ Doch das habe man in der Kolpingstadt nicht.

Auch würden von einer Landesgartenschau Gastronomie und Hotels eher nicht direkt profitieren. „Bei solchen Großveranstaltungen gibt es eigene Caterer, so dass von gastronomischen Umsätzen für die Kerpener Gaststätten wenig bis gar nichts übrigbleibt, weil die Umsätze so abfließen.“ Darüber hinaus würden die wenigsten Besucher zwei oder mehr Tage bleiben, so dass auch die Hotels kaum von einer Landesgartenschau profitieren. Stattdessen soll die Stadt Kerpen das Fördermittelmanagement intensivieren und ausbauen, damit mit möglichst geringen Eigenmitteln, die weitere Stadtentwicklung finanziert und alle Möglichkeiten im Rahmen der Förderangebote durch Bund und Land einwandfrei, professionell wie auch lückenlos genutzt werden können. „Volle Konzentration auf wirkliche Zukunftsaufgaben und keine Landesgartenschau, die Kerpen nur von wichtigen Zukunftsprojekten ablenken würde“, so Niederjohann.