Neustart beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement notwendig
Ratsgruppe fordert bessere Unterstützung für erkrankte Beschäftigte
13.05.2026 Meldungen FDP-Ratsgruppe Kerpen

Die gesundheitliche Vorsorge und die Rückkehr in den Beruf nach Krankheit müssen in der Kerpener Stadtverwaltung einen höheren Stellenwert erhalten. Davon ist Tamer Kandemir, Mitglied im Rat der Kolpingstadt Kerpen für die FDP, überzeugt. Er bringt daher für die kommende Sitzung des Haupt-, Finanz- und Feuerschutzausschusses einen Antrag ein, der die Prüfung konkreter externer Unterstützung für das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) vorsieht.
Der Hintergrund ist ernst: Der aktuelle Personalbericht 2025 zeigt, dass die Verwaltung an Kapazitätsgrenzen stößt. Von 175 Beschäftigten, die Anspruch auf ein unterstützendes BEM-Gespräch hatten, erhielten 53 Personen, also fast jeder dritte Betroffene, kein entsprechendes Angebot. Gleichzeitig steigen die Belastungen, insbesondere im Kita-Bereich, in der Technik und in der allgemeinen Verwaltung, weiter an.
„Es ist eine wichtige Aufgabe der Verwaltung, niemanden allein zu lassen, wenn die Rückkehr in den Beruf nach längerer Krankheit schwerfällt. Wenn die internen Kapazitäten nicht ausreichen, sollten wir prüfen, wie externe fachliche Unterstützung gezielt ergänzend eingesetzt werden kann“, erklärt Tamer Kandemir.
Der Vorschlag sieht vor, die Verwaltung mit der Prüfung von sogenannten Hybridmodellen zu beauftragen. Dabei geht es nicht um eine Auslagerung, sondern um eine gezielte Ergänzung: Während Standardfälle weiterhin intern begleitet werden, könnten externe Fachleute insbesondere bei sensiblen Themen wie psychischen Belastungen oder langwierigen Konflikten als neutrale Ansprechpartner hinzugezogen werden. Dies kann Vertrauen stärken und gleichzeitig zu einer spürbaren organisatorischen Entlastung beitragen.
Im Rahmen der Prüfung sollen zudem Kostenmodelle, Fördermöglichkeiten – etwa über Integrationsämter – sowie die Erfahrungen anderer Kommunen einbezogen werden. „Wir wollen klären, was sinnvoll und machbar ist, um die Akzeptanz der Verfahren zu stärken und krankheitsbedingte Ausfallzeiten langfristig zu reduzieren. Ein funktionierendes BEM ist angesichts des Fachkräftemangels und einer älter werdenden Belegschaft eine wichtige Voraussetzung für eine leistungsfähige Verwaltung“, so Kandemir abschließend.
Tamer Kandemir
stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe, Beisitzer im Stadtverbandsvorstand
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