Pilotprojekt „Smarte Schule – Digitale Zugangssysteme zur Vandalismusprävention“

(Haushalts-)Antrag zum Stadtrat

28.05.2026 Anträge FDP-Ratsgruppe Kerpen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Jurczyk,

die FDP-Ratsgruppe im Rat der Kolpingstadt Kerpen bittet, o.g. Punkt auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Stadtrats zu nehmen und stellt hierzu nachfolgenden Beschlussvorschlag zur Abstimmung vor.

Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird beauftragt, im Haushaltsjahr 2026 ein Pilotprojekt zur Einführung digitaler Zugangssysteme für die Toilettenanlagen an zwei weiterführenden Schulen in der Kolpingstadt Kerpen umzusetzen.

Ziel des Pilotprojektes ist es, Vandalismus, mutwillige Beschädigungen und außergewöhnliche Verschmutzungen deutlich zu reduzieren sowie die hierdurch entstehenden Reparatur-, Reinigungs- und Folgekosten nachhaltig zu senken.

Die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von zunächst 10.000 € sind im Haushalt bereitzustellen.

Die Verwaltung wird zudem beauftragt, dem Schulausschuss spätestens zwölf Monate nach Inbetriebnahme einen Erfahrungs- und Wirtschaftlichkeitsbericht vorzulegen. Dieser soll insbesondere Aussagen enthalten zu:

  • der Entwicklung der Vandalismus- und Reinigungskosten,
  • dem Wartungs- und Reparaturaufwand,
  • den Erfahrungen der Schulen, Hausmeister und Lehrkräfte,
  • sowie zur möglichen Übertragbarkeit auf weitere Schulstandorte.

Für Schülerinnen und Schüler ohne verfügbaren Transponder, beispielsweise bei Verlust, Defekt oder technischen Problemen, ist eine einfache und unbürokratische Übergangslösung sicherzustellen. Hierfür kommen insbesondere Leihtransponder oder kurzfristige Freischaltungen durch die Schule in Betracht.

Die datenschutzrechtlichen Vorgaben sind einzuhalten. Das System dient ausschließlich der Zugangskontrolle, nicht der Verhaltensüberwachung. Daten werden nur im konkreten Schadensfall und im rechtlich zulässigen Rahmen ausgewertet sowie nach kurzer Frist automatisch gelöscht. Transparenz gegenüber Schülerinnen, Schülern und Eltern ist durch eine klare Information bei Einführung sicherzustellen.

Begründung:

Vandalismus und verschmutzte Schultoiletten sind kein Zustand, den man einfach hinnehmen sollte. Beschädigte Türen, zerstörte Spülkästen, verstopfte Waschbecken oder beschmierte Wände sorgen nicht nur für Frust bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften, sondern verursachen Jahr für Jahr hohe Kosten für die Kolpingstadt Kerpen. Geld, das am Ende an anderer Stelle im Bildungsbereich fehlt.

Es soll deshalb geprüft werden, ob digitale Zugangssysteme mit Transpondern ein sinnvoller Weg sein können, um Schäden zu reduzieren, die Sauberkeit zu verbessern und gleichzeitig den städtischen Haushalt zu entlasten.

Der Hintergrund ist einfach: Viele Probleme entstehen dort, wo vollständige Anonymität herrscht. Moderne Zugangssysteme können helfen, Verantwortung zu stärken und mutwillige Beschädigungen deutlich zu reduzieren. Dabei geht es ausdrücklich nicht um dauerhafte Überwachung, sondern um einen fairen und verhältnismäßigen Umgang mit öffentlichem Eigentum.

Die Systeme funktionieren so, dass Toiletten mit einem persönlichen Transponder oder Schülerausweis geöffnet werden. Daten werden nicht dauerhaft überwacht oder ausgewertet. Nur wenn es zu erheblichen Schäden oder Vandalismus kommt, kann nachvollzogen werden, wer sich im betreffenden Zeitraum im Bereich aufgehalten hat. Die Daten werden ansonsten nach kurzer Zeit automatisch gelöscht.

Andere Städte haben mit solchen Lösungen bereits gute Erfahrungen gemacht. Am Gymnasium Theodorianum in Paderborn gingen die Vandalismusschäden nach Einführung eines Chip-Systems deutlich zurück. Auch andere Kommunen berichten von saubereren Toilettenanlagen, weniger Reparaturen und einer spürbaren Entlastung des Hausmeisterpersonals.

Gerade in Zeiten angespannter Haushalte sollte die Stadt stärker darauf achten, vermeidbare Folgekosten dauerhaft zu reduzieren. Denn jede mutwillige Beschädigung verursacht nicht nur Materialkosten, sondern bindet zusätzlich Personal, Handwerker und Reinigungsaufwand. Bereits wenige verhinderte Schadenfälle pro Jahr können ausreichen, um die Investitionskosten zu amortisieren.

Am Ende geht es aber nicht nur ums Geld. Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf saubere und funktionierende Toiletten. Lehrkräfte und Hausmeister sollten sich nicht ständig mit den Folgen von Vandalismus beschäftigen müssen. Moderne Technik kann hier helfen, Ordnung, Hygiene und Verantwortung besser miteinander zu verbinden.

			

				
				

Tamer Kandemir

stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe

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