Vor Millioneninvestition: FDP will Organisationsform des Baubetriebshofes auf den Prüfstand stellen

Wirtschaftlichkeit und mögliche Kooperationen sollen vor Neubauentscheidung untersucht werden

11.06.2026 Meldungen FDP-Ratsgruppe Kerpen

Angesichts der geplanten Investition von rund 46,9 Millionen Euro für den Neubau des Baubetriebshofes in der Kolpingstadt Kerpen sollte nach Auffassung der FDP-Ratsgruppe geprüft werden, ob eine andere Organisationsform wirtschaftliche Vorteile bietet und zusätzliche Einsparpotenziale erschließen kann. Mit einem entsprechenden Antrag fordert Ratsmitglied Tamer Kandemir die Verwaltung auf, verschiedene Handlungsoptionen umfassend zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der Baubetriebshof künftig als eigenständige Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) geführt werden könnte. Eine solche Organisationsform kann Kommunen zusätzliche Möglichkeiten bei der wirtschaftlichen Steuerung eröffnen. Darüber hinaus soll geprüft werden, inwieweit sich im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau steuerliche Vorteile ergeben könnten.

„Bei einer Investitionssumme von fast 47 Millionen Euro sollten alle sinnvollen Optionen sorgfältig geprüft werden, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden“, erklärt Tamer Kandemir. „Es geht nicht darum, eine bestimmte Lösung vorzugeben. Wir wollen belastbare Fakten auf dem Tisch haben, damit die wirtschaftlich und organisatorisch beste Entscheidung für Kerpen getroffen werden kann.“ Neben der Organisationsform soll die Verwaltung auch mögliche Kooperationen mit den Nachbarkommunen Merzenich und Elsdorf untersuchen. Denkbar wären beispielsweise gemeinsame Lösungen bei Fahrzeugen, Maschinen oder weiteren Betriebsbereichen. Nach Auffassung der Liberalen könnten dadurch Synergien entstehen und Kosten langfristig reduziert werden.

Ebenfalls Bestandteil des Prüfauftrags ist eine Bewertung möglicher Schnittstellen zum geplanten Bildungscampus der Bauindustrie NRW, um frühzeitig Chancen für Zusammenarbeit und gemeinsame Nutzungspotenziale zu identifizieren. Wichtig ist den Freien Demokraten, dass die Interessen der Beschäftigten umfassend berücksichtigt werden. Sollte eine andere Organisationsform Vorteile bieten, müssten tarifliche Regelungen, Arbeitnehmerrechte und bestehende Mitbestimmungsstrukturen selbstverständlich gewahrt bleiben. „Wir sprechen hier über eines der größten Investitionsprojekte der kommenden Jahre“, so Kandemir. „Gerade deshalb sollte vor dem ersten Spatenstich geprüft werden, ob es wirtschaftlichere oder effizientere Wege gibt, den Baubetriebshof für die Zukunft aufzustellen.“

Mit dem Antrag soll die Verwaltung eine fundierte Entscheidungsgrundlage erarbeiten, auf deren Basis der Stadtrat über die zukünftige Organisationsform des Baubetriebshofes und die anstehenden Investitionen entscheiden kann.

			

				
				

Tamer Kandemir

stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe

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