Hahnenpassage: FDP gegen eine „tote Wand“ in Kerpens Bestlage

Liberale wollen Gastronomie am Lidl-Neubau zurückholen – Stadt soll mit dem Unternehmen über Café, Eisdiele oder andere öffentlich zugängliche Nutzungen sprechen

21.07.2026 Meldungen FDP-r

Der geplante Lidl-Neubau an der Hahnenpassage darf nach Auffassung der FDP nicht mit einer weitgehend geschlossenen Fassade zur Hahnenstraße enden. Die Ratsgruppe fordert deshalb, die ursprünglich vorgesehene gastronomische Nutzung erneut aufzugreifen. Die Stadt soll mit Lidl klären, ob zur Hauptstraße hin weiterhin ein Café, eine Eisdiele, Außengastronomie oder ein vergleichbares öffentlich zugängliches Angebot verwirklicht werden kann. Anlass sind die überarbeiteten Fassadenvarianten für den Neubau, in denen keine Nutzung mehr vorgesehen ist, die das Gebäude zur Hahnenstraße hin öffnet und den Straßenraum belebt.

„Die Hahnenstraße ist die Hauptstraße und damit das Aushängeschild von Kerpen-Mitte. Was an der Hahnenpassage gebaut wird, prägt diesen Bereich für Jahrzehnte“, erklärt Tamer Kandemir, stellvertretender Vorsitzender der Kerpener FDP-Ratsgruppe. „Deshalb reicht es nicht, nur über die optische Gestaltung der Fassade zu sprechen. Entscheidend ist, was dahinter stattfindet und ob der Neubau zu einer lebendigen Innenstadt beiträgt.“ Bereits 2021 war im Zuge der Bürgerbeteiligung und im Arbeitskreis Hahnenpassage über eine gastronomische Nutzung direkt an der Hahnenstraße beraten worden. Im damaligen Entwurf war dort insbesondere eine Eisdiele oder ein vergleichbares Angebot vorgesehen. Dieser Entwurf wurde anschließend beschlossen.  Seither haben sich die Rahmenbedingungen verändert: Das Projekt verzögerte sich über mehrere Jahre und die Baukosten stiegen deutlich. Für die FDP ist das jedoch kein ausreichender Grund, eine offene und belebende Nutzung im Neubau vollständig aufzugeben.

„Eine ansprechend gestaltete Fassade ist besser als eine ungestaltete Wand. Aber sie bleibt eine Wand, wenn dahinter kein Ort für Begegnung, Aufenthalt und öffentliches Leben entsteht“, so Kandemir. „Nach Jahren des Stillstands braucht Kerpen-Mitte an dieser Stelle mehr als einen funktionalen Supermarktbau.“

Die FDP beantragt daher, dass die Verwaltung mit Lidl die Gründe für den Wegfall der vorgesehenen Nutzung erörtert und die Voraussetzungen für eine Umsetzung oder eine tragfähige Alternative prüft. Dabei sollen auch örtliche Gastronomiebetriebe und andere mögliche Interessenten einbezogen werden. Die Ergebnisse und mögliche Varianten sollen anschließend im Arbeitskreis Innenstadt sowie im Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt beraten werden.

			

				
				

Tamer Kandemir

stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe, Beisitzer im Stadtverbandsvorstand

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