Neubau des Bau- und Betriebshofes der Kolpingstadt Kerpen, hier: Vorstellung der Vorplanung und der Kostenschätzung (LP 2)

Anfrage zum Bauausschuss

30.01.2026 Anfrage FDP-Ratsgruppe Kerpen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Jurczyk,

im Rahmen des Tagesordnungspunktes „Neubau des Bau- und Betriebshofes der Kolpingstadt Kerpen, hier: Vorstellung der Vorplanung und der Kostenschätzung (LP 2)“ wird im Bauausschuss die Vorentwurfsplanung mit Gesamtkosten von rund 46,9 Mio. € brutto vorgestellt.

Angesichts der Höhe der dargestellten Investitionssumme hält die FDP-Ratsgruppe im Rat der Kolpingstadt Kerpen eine zielgerichtete Überprüfung der vorliegenden Planung mit dem Ziel einer deutlichen Kostenreduzierung für zwingend erforderlich.

Vor diesem Hintergrund soll geprüft und dem Bauausschuss dargestellt werden, welche konkreten Reduktions- und Alternativvarianten geeignet sind, die Gesamtinvestitionskosten spürbar zu senken.

Die FDP-Ratsgruppe im Rat der Kolpingstadt Kerpen bittet die Verwaltung, die nachfolgenden Fragen in der kommenden Sitzung des Bauausschusses zu beantworten:

  1. Gesamtumfang und Kostensteuerung

Die Vorentwurfsplanung weist eine Gesamtfläche (BGF inkl. weiterer Bauflächen) von ca. 34.575 m² aus.

  • Welche Flächen sind für den aktuellen Betrieb zwingend erforderlich und welche stellen eine freiwillige oder vorsorgliche Erweiterung dar?
  • Welche konkreten Kostenreduzierungen wären durch eine konsequente Beschränkung auf den unmittelbaren Bedarf möglich?
  • Welche Zielgröße an maximalen Gesamtkosten hält die Verwaltung für vertretbar?
  1. Verwaltungsgebäude – Angemessenheit der Dimensionierung

Für das Verwaltungsgebäude werden Kosten von ca. 12,6 Mio. € brutto bei einer Fläche von ca. 2.745 m² ausgewiesen.

  • Wie viele Arbeitsplätze sind tatsächlich vorgesehen und wie hoch ist die Fläche pro Arbeitsplatz?
  • Warum ist ein Verwaltungsgebäude dieser Größenordnung erforderlich?
  • Welche Einsparungen ergeben sich bei einer signifikanten Reduzierung der Verwaltungsflächen?
  • Wurden kostengünstigere Bau- oder Ausstattungsstandards geprüft?
  1. Parkhaus – Kostenintensität und Alternativen

Das geplante Parkhaus verursacht Kosten von ca. 5,77 Mio. € brutto und stellt damit einen erheblichen Einzelkostenfaktor dar.

  • Aus welchen zwingenden Gründen ist ein Parkhaus erforderlich?
  • Welche Mehrkosten entstehen gegenüber ebenerdigen Stellplätzen konkret?
  • Welche Einsparungen wären bei einem Verzicht auf das Parkhaus oder bei einer deutlichen Reduzierung der Stellplätze möglich?
  • Welche funktionalen Nachteile rechtfertigen die erheblichen Mehrkosten eines Parkhauses?
  1. Bauabschnitte und Reduktionsvarianten
  • Welche Gebäudeteile und Anlagen sind zwingend im ersten Bauabschnitt erforderlich?
  • Welche Nutzungsbereiche könnten entfallen oder später realisiert werden?
  • Welche Kostenreduzierungen ergeben sich aus einer abschnittsweisen oder reduzierten Umsetzung?
  1. Transparenz und Entscheidungsgrundlagen

Wir bitten um eine übersichtliche Darstellung,

  • welche Einsparpotenziale (in €) sich aus den geprüften Reduktions- und Alternativvarianten ergeben,
  • welche Annahmen den Kosten zugrunde liegen,
  • und welche Planungsteile aus Sicht der Verwaltung unverzichtbar sind und welche lediglich wünschenswert.

Begründung:

Angesichts der in der Vorplanung dargestellten Gesamtkosten ist es aus Sicht der FDP-Ratsgruppe erforderlich, frühzeitig zu prüfen, ob der geplante Umfang, die vorgesehenen Flächen und einzelne kostenintensive Bausteine der Planung in dieser Form zwingend notwendig sind. Gerade in der Leistungsphase 2 besteht noch die Möglichkeit, durch Anpassungen am Raumprogramm, durch Priorisierung und Bauabschnitte sowie durch alternative Lösungen (z. B. bei Parkierung und Gebäudedimensionierung) wesentliche Kosten zu beeinflussen, ohne die Funktionsfähigkeit der Einrichtung zu gefährden.

Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage und konkurrierender kommunaler Investitionsbedarfe ist eine transparente Darstellung von Einsparpotenzialen, Kostenrisiken und wirtschaftlichen Alternativen erforderlich, um dem Bauausschuss eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu geben. Ziel der Anfrage ist daher eine nachvollziehbare Abwägung zwischen Bedarf, Funktionalität und Kosten sowie die Prüfung, welche Reduktionsvarianten realistisch umsetzbar sind und welche Auswirkungen diese jeweils hätten.

			

				
				

Tamer Kandemir

stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe

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