Neubau Rettungswache / Modernisierung Feuerwache – Vorplanung (LP 2)

Stellungnahme zum Bauausschuss

30.01.2026 Anträge FDP-Ratsgruppe Kerpen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Jurczyk,

die FDP-Ratsgruppe erkennt an, dass der Neubau der Rettungswache und die Modernisierung der Feuerwache eine Pflichtaufgabe sind und dass mit der Vorplanung wichtige Grundlagen erarbeitet wurden. Gleichzeitig ist für uns entscheidend, dass der Bauausschuss seine Verantwortung auf Basis vollständiger, nachvollziehbarer Entscheidungsgrundlagen wahrnehmen kann.

Aus unserer Sicht bestehen zum jetzigen Stand drei zentrale Punkte, die vor einer weiteren Festlegung zwingend zu klären sind:

  1. Kostenklarheit und finanzielle Steuerung.

Die Verwaltungsvorlage enthält aktuell keine Gesamtkostenschätzung; die Kosten werden ausdrücklich offengelassen. Gleichzeitig soll die Planung auf Grundlage der vorgestellten Vorplanung fortgeführt werden. Damit werden wesentliche Festlegungen – etwa zu Tragwerk, Fassade und TGA – faktisch vorgezogen, ohne dass die finanziellen Auswirkungen belastbar dargelegt sind. Für die FDP gilt: Transparente Kosten und belastbare Bandbreiten sind Voraussetzung für verantwortliche Entscheidungen.

  1. Variantenentscheidungen müssen quantifizierbar nachvollziehbar sein.

In der Präsentation werden Empfehlungen ausgesprochen – etwa für Stahlbeton-Fertigteile beim Tragwerk und Klinker bei der Fassade – allerdings überwiegend qualitativ. Was uns fehlt, sind klare, vergleichende Kennzahlen: Kostenkennwerte, Bauzeitwirkungen, Folgekosten und – wo relevant – ökologische Kennwerte. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung muss ersichtlich sein, warum eine Variante insgesamt die beste ist und nicht nur plausibel erscheint.

  1. Betriebssicherheit und Bauablauf bei laufendem Betrieb.

Der Neubau soll bei laufendem Betrieb von Feuerwache, Rettungswache und weiteren Nutzungen auf dem Grundstück erfolgen. Das ist nicht nur eine baulogistische Herausforderung, sondern ein Kosten- und Terminrisiko. Hier erwarten wir frühzeitig eine Bauphasen- und Logistikplanung sowie eine Darstellung der Mehrkosten, damit der Ausschuss das Risiko realistisch bewerten kann.

Auch beim empfohlenen TGA-Konzept steht für uns die Frage im Raum, wie die Versorgungssicherheit und Redundanz bei einem sicherheitsrelevanten Gebäude konkret abgesichert werden, insbesondere bei Stromausfällen oder Systemstörungen.

Zusätzlich halten wir die Klimarelevanzbewertung der Vorlage für klärungsbedürftig: Formal wird „keine klimarelevante Wirkung“ angekreuzt, gleichzeitig weist die zuständige Stelle auf negative Auswirkungen beim späteren Bau hin. Das sollte konsistent und nachvollziehbar dargestellt werden – auch, um spätere Diskussionen zu vermeiden.

Fazit:

Die FDP-Ratsgruppe ist bereit, den Projektfortgang konstruktiv zu begleiten. Voraussetzung ist jedoch, dass der Bauausschuss zeitnah eine belastbare Kostenschätzung, einen quantitativen Variantenvergleich und eine Risiko- bzw. Bauphasenplanung erhält. Nur so können wir Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Terminsteuerung seriös bewerten.

			

				
				

Tamer Kandemir

stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe

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