Sachstands- und Erfolgskontrolle des kommunalen Leerstands- und Ansiedlungsmanagements
Anfrage zum Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt
02.09.2026 Anfrage FDP-Ratsgruppe Kerpen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Jurczyk,
die FDP-Ratsgruppe im Rat der Kolpingstadt Kerpen bittet, o.g. Punkt auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Verkehr und Umwelt zu nehmen und nachfolgende Fragen zu beantworten.
Das Landesprogramm „Sofortprogramm Innenstadt“ ist Ende 2023 in Kerpen ausgelaufen. Da die Kolpingstadt nach unserem Kenntnisstand keine Fördermittel aus dem Nachfolgeprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“ (ZIO) beantragt hat, stellt sich die Frage, mit welchen eigenen Instrumenten und personellen Ressourcen die Stadt den Leerstand in den Ortskernen künftig erfasst, bearbeitet und verringert.
Im letzten Jahr wurde im damaligen Haupt- und Finanzausschuss der Antrag der ehemaligen FDP-Fraktion zur „Einführung der digitalen Plattform LeAn® für ein vorausschauendes Leerstands- und Ansiedlungsmanagement – und als Werkzeug für die Kolpingstadt Kerpen zur Gestaltung von vitalen Innenstädten und Zentren“ unter der Drucksachen-Nummer 345.25 abgelehnt.
Im Rahmen der Beratung wurde die Ablehnung damit begründet, dass die Kolpingstadt Kerpen bereits über ein eigenes, auf die örtlichen Verhältnisse zugeschnittenes Leerstandsmanagement der Wirtschaftsförderung verfüge. Dieses sei für die besonderen örtlichen Strukturen besser geeignet als die Plattform LeAn®. Vor diesem Hintergrund soll nun überprüft werden, welche konkreten Ergebnisse mit dem bestehenden städtischen Leerstandsmanagement erzielt wurden und ob die damalige Einschätzung durch die praktische Entwicklung bestätigt wird.
Angesichts der weiterhin deutlich sichtbaren Leerstände in Kerpen-Mitte, Horrem und zum Teil auch in Sindorf, bitten wir daher um eine nachvollziehbare Darstellung der bisherigen Vermittlungserfolge und der praktischen Arbeitsweise des städtischen Leerstandsmanagements. Um den Beantwortungsaufwand für die Verwaltung auf die wesentlichen Punkte zu konzentrieren, bitten wir um die schriftliche Beantwortung der folgenden Fragen:
- Wie viele zuvor leerstehende Ladenlokale oder Gewerbeeinheiten in Kerpen-Mitte, Horrem und Sindorf konnten seit dem 1. Januar 2024 durch die Wirtschaftsförderung oder mit ihrer Unterstützung wieder vermietet oder anderweitig gewerblich genutzt werden?
- Bitte nennen Sie die Zahlen getrennt für die drei Ortsteile. Unterscheiden Sie dabei bitte zwischen bereits abgeschlossenen Miet-, Pacht- oder Nutzungsverträgen und noch laufenden Vermittlungen.
- Wie viele leerstehende Ladenlokale und Gewerbeeinheiten sind in Kerpen-Mitte, Horrem und Sindorf derzeit im städtischen Leerstandsmanagement erfasst?
- Bei wie vielen dieser Objekte haben die Eigentümerinnen und Eigentümer einer aktiven Vermittlung durch die Stadt zugestimmt? Wie werden die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie die erfassten Leerstände aktuell betreut und regelmäßig aktualisiert?
- Werden passende Gewerbeeinheiten und Interessierte gezielt zusammengebracht? Wie werden die Kontakte und die Ergebnisse der Vermittlungen festgehalten
- Die Ablehnung der Plattform LeAn® wurde damit begründet, dass das bestehende Kerpener Leerstandsmanagement für die örtlichen Verhältnisse besser geeignet sei.
- Welche wesentlichen Vorteile bietet das Kerpener System aus Sicht der Verwaltung gegenüber LeAn®? Wurde seit der damaligen Entscheidung geprüft, das bestehende System weiterzuentwickeln oder durch digitale Lösungen zu ergänzen?
- Welche konkreten Hilfen bietet die Wirtschaftsförderung heute Gründerinnen und Gründern sowie anderen Interessierten, die ein leerstehendes Ladenlokal oder eine Gewerbeeinheit in Kerpen nutzen möchten?
- Unterstützt die Wirtschaftsförderung beispielsweise bei Nutzungsänderungen, vermittelt sie zwischen Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Interessierten oder hilft sie bei Pop-up- und Zwischennutzungen?
Sofern einzelne Fragen nicht in die Zuständigkeit der Wirtschaftsförderung fallen, bitten wir um Weiterleitung an die jeweils zuständige Organisationseinheit und um eine zusammengefasste Antwort der Verwaltung.
Tamer Kandemir
stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe, Beisitzer im Stadtverbandsvorstand
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