Verbesserung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) und Reduzierung von krankheitsbedingten Fehlzeiten
Stellungnahme zum Haupt-, Finanz- und Feuerschutzausschuss (DrS-Nr 294.26)
22.06.2026 Anträge FDP-Ratsgruppe Kerpen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Jurczyk,
die vorliegende Beschlussvorlage bestätigt aus Sicht der FDP-Ratsgruppe im Wesentlichen die Feststellungen aus dem Personalbericht 2025. Dort wurde bereits deutlich, dass die vorhandenen Kapazitäten im Betrieblichen Eingliederungsmanagement derzeit nicht ausreichen. Von 175 anspruchsberechtigten Beschäftigten konnten 122 erreicht werden. 53 Beschäftigte haben kein BEM-Angebot erhalten.
Unser Antrag zielt darauf ab, Lösungen für diese Situation zu prüfen. Dabei ging es ausdrücklich nicht um eine vollständige Auslagerung des BEM. Vielmehr haben wir angeregt, mögliche Formen einer ergänzenden Unterstützung zu betrachten und verschiedene Modelle ergebnisoffen zu prüfen. Uns ging es darum, zusätzliche Möglichkeiten aufzuzeigen, um die Verwaltung zu entlasten und gleichzeitig die Betreuung der Beschäftigten zu verbessern.
Die Verwaltung beschäftigt sich in ihrer Vorlage vor allem mit Nachteilen einer externen Vergabe. Das ist nachvollziehbar. Allerdings bleiben einige Fragen aus unserem Antrag unbeantwortet. So finden sich keine näheren Aussagen zu möglichen Förderprogrammen, zu Kooperationen mit anderen Kommunen oder dazu, welche Teilbereiche des BEM gegebenenfalls sinnvoll extern unterstützt werden könnten.
Auch bei den Kosten sehen wir noch Klärungsbedarf. Die Vorlage beschreibt ausführlich die Kosten einer weitgehenden externen Vergabe. Eine solche Lösung haben wir jedoch gar nicht vorgeschlagen. Gleichzeitig werden die Kosten eines weiteren internen Ausbaus nicht konkret dargestellt und den möglichen Alternativen gegenübergestellt. Ebenso fehlt eine Betrachtung möglicher Einsparungen durch geringere Ausfallzeiten oder erfolgreichere Wiedereingliederungen. Für eine abschließende Bewertung wäre ein umfassenderer Vergleich hilfreich.
Positiv ist, dass die Verwaltung den Handlungsbedarf grundsätzlich anerkennt. Die vorgesehenen zusätzlichen Stellenanteile, die stärkere Digitalisierung und weitere Maßnahmen im Gesundheitsmanagement zeigen, dass an Verbesserungen gearbeitet wird. Trotzdem bleibt die Frage offen, wie künftig sichergestellt werden soll, dass alle anspruchsberechtigten Beschäftigten tatsächlich ein BEM-Angebot erhalten. Wenn 53 Beschäftigte trotz Anspruch nicht erreicht werden, sollte uns das zu denken geben.
Unser Antrag soll genau diesen Punkt in den Mittelpunkt stellen. Wir wollen zusätzliche Handlungsoptionen prüfen lassen und dem Ausschuss eine breitere Entscheidungsgrundlage ermöglichen. Die vorliegende Beschlussvorlage liefert dazu wichtige Informationen, beantwortet aber nicht alle aufgeworfenen Fragen.
Deshalb halten wir es weiterhin für sinnvoll, mögliche Formen ergänzender Unterstützung sachlich zu prüfen. Dabei geht es nicht um die Frage „intern oder extern“, sondern darum, die beste Lösung für die Beschäftigten und die Verwaltung zu finden. Unser gemeinsames Ziel sollte sein, Beschäftigte frühzeitig zu unterstützen, krankheitsbedingte Fehlzeiten zu reduzieren und die vorhandenen Ressourcen möglichst wirksam einzusetzen.
