Ampelschaltungen Kreuzung Hahnenstraße, Stiftsstraße, Kölner Straße in Kerpen & Rathausstraße, Ecke Hauptstraße in Kerpen-Horrem

Anfrage zum Arbeitskreis für Verkehrsplanung und Verkehrssicherheit

12.08.2022 Anfrage FDP-Fraktion Kerpen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir bitten die Verwaltung, zur Sitzung des Arbeitskreises für Verkehrsplanung und Verkehrssicherheit am 17.08.2022 o.g. Punkt auf die Tagesordnung zu nehmen und folgende Fragen zu beantworten:

  1. Bürgerinnen und Bürger in Kerpen, insbesondere Familien / Eltern mit Kindern und Kinderwagen, wie auch Senioren und Senioren und Menschen mit Gehbehinderung, haben sich über die Grünphase der Fußgängerampeln in der Kreuzung Hahnenstraße / Kölner Straße und Stiftsstraße beschwert, die nur wenige Sekunden dauert, so dass in dieser kurzen Phase die Überquerung der Fahrbahnen im Sprinttempo geschafft sein muss. Wie wird bei einer Ampelanlage technisch die Dauer einer Grünphase eingestellt?
  2. Gibt es einen besonderen Grund für die Taktung der Ampel am angegebenen Ort?
  3. Steht diese Ampel in einem Schaltzusammenhang mit anderen Ampelanlagen in der Umgebung? Wenn ja, mit welchen und wie?
  4. Es gibt tatsächlich eine Richtlinie, nach der berechnet wird, nach wieviel Sekunden die Ampeln wieder auf Rot umspringen müssten. Dabei geht man davon aus, dass der durchschnittliche Fußgänger während der Grünphase mindestens die Hälfte der Strecke geschafft haben muss. Auch gibt es eine gewisse Schutzzeit, die in der Regel dafür sorgt, dass Fußgänger, die sich bei Rot noch auf der Fahrbahn befinden, sicher zur anderen Straßenseite gelangen. Vor dem Hintergrund einer Messung der Ampelschaltungen in dieser Kreuzung hat sich gezeigt, dass diese auf durchschnittlich 9,7 Sekunden eingestellt sind. Das bedeutet also, dass man auf Grundlage der Richtlinie innerhalb von 4,9 Sekunden die Hälfte der Fahrbahn überquert haben müsste. Ist der Richtwert,  insbesondere auch in Zeiten des demografischen Wandels, von 1,2 Metern pro Sekunde noch aktuell?
  5. Spricht aus Sicht der Verwaltung irgendetwas dagegen, die Grünphase der genannten Ampel auf eine für Fußgängerinnen und Fußgänger, Eltern mit Kindern / Kinderwagen, Seniorinnen und Senioren, wie auch Menschen mit Behinderung angemessene Grünphase zu verlängern? Wenn nein, was muss dazu geschehen?
  6. Diese Frage muss auch auf die Ampelschaltungen an der Grundschule in der Rathausstraße /Ecke Hauptstraße in Kerpen-Horrem ausgeweitet werden. Es handelt sich dabei um einen Schulweg in einem vielbefahrenen Kreisverkehr zum Horremer Hauptbahnhof, wodurch es manche Autofahrer eilig haben und es deshalb schon häufiger zu gefährlichen Situationen geführt hat. Ältere Menschen, Gehbehinderte aber insbesondere eben diese jüngeren Schulkinder sind auf Grund der viel zu kurzen Grünphase (Messung 8 Sek.) verunsichert, wenn auf halben Weg über die Fahrbahn die Ampel auf Rot umschaltet. Vor allem jüngere Schulkinder wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen, denn sie wissen, dass sie bei Rot nicht über die Straße laufen sollen und wenn sie gerade die Straße betreten haben, gehen sie schnell wieder zurück, wenn die Ampel auf Rot schaltet. Oder sie müssen rennen, wenn sie die Grünphase erreichen wollen, was insbesondere bei Kindern eine gefährliche Unachtsamkeit mit sich bringt. Hier ergibt sich ein enormes Gefährdungspotential. Was spricht aus Sicht der Verwaltung dagegen, an den entsprechende(n) Ampelanlage(n) die Grünphase zu verlängern und anzupassen?
  7. Wenn sie verlängert werden kann, in welchem Zeitraum ist mit der Änderung zu rechnen und erfolgt eine Information?
  8. Viele Eltern haben sich insbesondere wegen dieser Ampelschaltung, die insbesondere für Schulkinder eine Gefahr darstellen, an die Verwaltung gewandt. Aber eine Problemfindung, gar eine Lösung hat sich jedoch nie ergeben. Woran liegt das, sieht die Verwaltung kein Gefahren – oder Unfallpotential in diesem Bereich?

Tamer Kandemir

sachkundiger Bürger der FDP-Fraktion

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