Verkehrs- und Lärmbelästigung in der Kerpener Beethovenstraße

Anfrage zum Arbeitskreis für Verkehrsplanung und Verkehrssicherheit

12.08.2022 Anfrage FDP-Fraktion Kerpen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

wir bitten die Verwaltung, zur Sitzung des Arbeitskreises für Verkehrsplanung und Verkehrssicherheit am 17.08.2022 o.g. Punkt auf die Tagesordnung zu nehmen und folgende Fragen zu beantworten:

  1. Wie geht die Verwaltung mit dem zunehmenden oder überdurchschnittlichen LKW und PKW-Verkehr von der Marienstraße in die Kerpener Beethovenstraße und zurück vor, welche Maßnahmen wie Einbauten, Einengungen, Durchfahrtverbot bieten sich an, um Einfluss auf diesen unzumutbaren Zustand zu nehmen?
  2. Wie sieht die Verwaltung im Rahmen einer Verkehrsberuhigung in der Beethovenstraße, den Bau von sogenannten Fahrbahnschwellen, Plateaupflastern oder Teilaufpflasterungen, die insbesondere neben der Verkehrs- und Lärmbelästigung, zusätzlich auch die Raserei in diesem Straßenabschnitt unterbinden würde?
  3. Die Verwaltung hat nach Medienangaben in der Beethovenstraße schon Verkehrsmessungen durchgeführt. Dabei habe sich herausgestellt, „dass die Verkehrsbelastung dort nicht so hoch sei, wie von einigen Anwohnern „subjektiv“ empfunden.“ In welchem Zeitraum, Monat und Jahr, hat diese Messung stattgefunden? Und ist es richtig, dass die Messung im Lockdown vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in der Anfangszeit stattgefunden hat, diese Messung somit nicht als repräsentativ und der tatsächlichen Problematik nicht als gerecht eingestuft werden kann?
  4. Ist der Verwaltung bekannt, ob die Polizei vor dem Hintergrund der massiven Beschwerden durch die Anwohnerinnen und Anwohner der Beethovenstraße, etwa zu bestimmten Zeiten, den Verkehr in diesem Bereich beobachtet, um bestimmen zu können, ob Geschwindigkeitsüberschreitungen und weitere Verkehrsvorgehen tatsächlich vorkommen, um so den Verkehr dort regelmäßiger zu kontrollieren? Dann mit der entsprechenden Ausstattung, so dass dann auch geblitzt werden kann?
  5. In Bayern beispielsweise organisieren die Kommunen eine sogenannte Ausleihe von Überwachungspersonal samt entsprechender Gerätschaft gemeinschaftlich über sogenannte Zweckverbände, an die sich die Bürgerinnen und Bürger wenden können, um gegen Raser und weitere Verkehrsbelästigungen vorzugehen. Die im Verband zusammengeschlossenen Kommunen schicken Mitarbeiter, die von einer privaten Sicherheitsfirma ausgeliehen wurden, mit mobiler Überwachungstechnik für eine Geschwindigkeitsmessung durch das ,,Mietpersonal“, die zuvor dieselbe Schulung wie reguläre Behördenangestellte erhalten, die Geschwindigkeitsüberschreitungen messen. Wie sieht die Lage in Kerpen und Rhein-Erft-Kreis aus? Gibt es eine ähnliche Möglichkeit, als Bürgerin und Bürger in Kerpen / im Rhein-Erft-Kreis auch auf solche Alternativen zugreifen zu können? Wie sieht die Verwaltung solche alternativen Möglichkeiten?
  6. Wann wurde zuletzt mit den Speditionsunternehmen, die in der Regel die Fa. Lidl mit Ware anliefern, Gespräche zur Verkehrsvermeidung/Lärmvermeidung und insbesondere zur Meidung der Wohnstraßen, wobei die Beethovenstraße besonders als Abkürzung der Lkws zur Kölner Straße genutzt wird, geführt und mit welchen Erkenntnissen?
  7. Welche Probleme sieht die Verwaltung eigentlich dabei, den Schleichweg durch die Beethovenstraße durch eine einfache Einbahnstraßenregelung zwischen der Marienstraße, Beethovenstraße und Kölner Straße für Autos und insbesondere Lkws, die die Beethovenstraße stadteinwärts und stadtauswärts nutzen, zu unterbinden und dadurch unmöglich zu machen?

Begründung:

Wenn man die Beethovenstraße in Kerpen sieht, wird man sicherlich im ersten Augenblick denken, was denn in diesem im Vergleich kurzen Straßenabschnitt das Problem sein könnte. Das Problem wird unterschätzt und die Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner ebenfalls, insbesondere die Verwaltung scheint hier kein richtiges Interesse zu haben, das Problem ernsthaft zu lösen. Doch wenn man sich auf dieser Straße eine gewisse Zeit aufhält, wird man gleichzeitig auch erkennen können, dass die Problematik auf dieser Straße eher noch mehr überschätzt werden sollte. Denn die Anzahl der Pkws, die hier aus der Richtung Kölner Straße und aus Richtung Marienstraße die Beethovenstraße als Umfahrungsmöglichkeit nutzen, um schneller in die Kölner Straße oder zum Lidl, wie auch zur Hahnenstraße zu gelangen, ist immens.

Unverständlich ist es auch, wie Schwertransporter und Lastkraftwagen diesen engen Abschnitt überhaupt nutzen können, oder wie sie auf die Idee kommen, überhaupt die Beethovenstraße zu nutzen, um schneller auf die Kölner Straße und dann in Richtung Autobahn zu kommen. Zumal beispielsweise am LIDL ein Schild aufzeigt, dass Fahrzeuge über 7,5 t. in Richtung Hahnenstraße abfahren können und in der Ausfahrt vom Lidl links abbiegen müssen. Entsprechend sehen die Straße und die Bürgersteige teilweise in der Marienstraße und besonders in der Beethovenstraße aus, wobei man sich als Stadt auch fragen müsste, wer für die Beschädigungen überhaupt aufkommt, die durch die schweren Lastkraftwagen verursacht wurden. Fakt ist, dass die Anwohnerinnen und Anwohner hierbei nicht übertreiben, sondern eher sogar untertreiben und dass es hier Zeit wird, endlich das Problem nachhaltig zu lösen und nicht in Raten, wenn überhaupt.

Tamer Kandemir

sachkundiger Bürger der FDP-Fraktion

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Ronny Keller (Pirat)

sachkundiger Bürger der FDP-Fraktion

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