Europagymnasium Kerpen: Statistik widerspricht Schulentwicklungsplan und Neubaugröße

FDP befürchtet teure Fehlplanung

21.01.2026 Meldungen FDP-Ratsgruppe Kerpen

Die aktuelle Verwaltungsvorlage zum Aufnahmeverfahren an weiterführenden Schulen, die am 21. Januar 2026 im Schulausschuss beraten wird, wirft aus Sicht von Tamer Kandemir, Kerpener FDP-Ratsmitglied, wieder grundlegende Fragen zur Planung des neuen Europagymnasiums auf.

„Die Verwaltung gibt für das Schuljahr 2025/2026 eine Gesamtschülerzahl von 1.956 Schülerinnen und Schülern am Europagymnasium an. Diese Zahl liegt nahezu identisch mit den Schülerzahlen der vergangenen zwei Jahrzehnte“, so Kandemir. Bereits 2006 habe die Schule rund 1.900 Schülerinnen und Schüler gehabt; seither bewege sich die Zahl stabil zwischen etwa 1.780 und knapp 2.000.

Demgegenüber prognostiziere der Schulentwicklungsplan einen Anstieg auf bis zu 2.400 Schülerinnen und Schüler. „Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 20 Prozent, ohne dass die bisherigen Zahlen oder die demografische Entwicklung diese Annahme stützen“, erklärt Kandemir. Auch landesweite Statistiken in NRW zeigten langfristig eher stagnierende oder rückläufige Schülerzahlen.

Hinzu komme, dass laut Verwaltung derzeit rund 12 Prozent der neu aufgenommenen Fünftklässler aus anderen Kommunen stammen. Gleichzeitig solle die Aufnahme auswärtiger Schülerinnen und Schüler künftig begrenzt werden, wenn die Kapazitäten erreicht sind. „Damit wird erstmals offiziell bestätigt, dass ein wesentlicher Teil des bisherigen Wachstums nicht aus Kerpen selbst stammt“, so Kandemir.

Der Neubau werde dennoch mit einer neunzügigen Sekundarstufe I und einer vierzehnzügigen Sekundarstufe II geplant. „Diese Dimensionierung passt weder zur aktuellen Schülerzahl noch zu der geplanten Steuerung des Zugangs. Sie basiert auf einem statistisch nicht abgesicherten Wachstumsszenario.“

Kandemir fordert deshalb eine Korrektur der Planungsgrundlagen: „Schulentwicklung muss sich an realen Zahlen orientieren, nicht an theoretischen Höchstwerten. Alles andere führt zu Fehlplanungen, die Kerpen langfristig finanziell und organisatorisch belasten.“

			

				
				

Tamer Kandemir

stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe

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