Tiny Houses in Kerpen: FDP fordert echte Prüfung und klare Kriterien statt „Kenntnisnahme“

Ratsbeschluss von 2021 endlich umsetzen und konkrete Pilotflächen identifizieren

12.03.2026 Meldungen FDP-Ratsgruppe Kerpen

Die FDP-Ratsgruppe im Rat der Kolpingstadt Kerpen fordert die Verwaltung auf, den Ratsbeschluss vom 6. Oktober 2021 zur Ermöglichung von Tiny Houses und weiteren alternativen Wohnformen endlich umzusetzen. Nach Auffassung der Liberalen ist der Beschluss eindeutig und bindend. Dennoch sei seit Jahren keine konkrete Umsetzung erkennbar. Dazu bringt Tamer Kandemir, Mitglied der FDP-Ratsgruppe im Rat der Kolpingstadt Kerpen, nun einen neuen Antrag ein, der klare Ergebnisse statt weiterer unverbindlicher Ankündigungen verlangt.

„Kerpen könnte beim Thema Wohnen längst weiter sein. Gerade junge Menschen sowie Seniorinnen und Senioren suchen händeringend nach bezahlbarem Wohnraum. Genau dafür hat der Rat 2021 einen verbindlichen Auftrag erteilt. Seitdem erleben wir jedoch vor allem Verzögerungen. In den Ausschüssen hören wir seit Jahren dieselben Hinweise auf angebliche Hemmnisse, ohne dass daraus konkrete Schritte folgen“, erklärt Kandemir. Hintergrund ist, dass die Verwaltung in aktuellen Vorlagen und Beratungen den Eindruck erweckt, Tiny Houses würden künftig „mitgedacht“. Für die FDP ist das kein ausreichender Umgang mit einem rechtskräftigen Ratsbeschluss. „Ein Ratsbeschluss ist keine unverbindliche Bitte und keine Option, die man nebenbei mitdenkt. Die Verwaltung erfüllt hier keinen Gefallen, sondern hat einen klaren Arbeitsauftrag“, so Kandemir. Er verweist dabei auf § 41 GO NRW, wonach Ratsbeschlüsse für die Verwaltung bindend sind.

Kritisch bewertet Kandemir zudem die wiederkehrende Argumentation, das Interesse sei gering, weil sich nur wenige Personen in eine städtische Interessenten- oder Bewerberliste eingetragen hätten. „Das ist kein belastbares Argument. Wer trägt sich für ein Angebot ein, das es in Kerpen faktisch gar nicht gibt? Ohne reale Standorte und konkrete Modelle lässt sich Nachfrage nicht seriös messen“, sagt Kandemir. Aus Sicht der FDP wird damit Ursache und Wirkung vertauscht. Solange es keine umsetzbaren Flächen und kein klar kommuniziertes Konzept gibt, kann eine Liste keine Aussage darüber treffen, wie groß der tatsächliche Bedarf ist.

Mit dem Antrag fordert Kandemir nun einen klaren Kurswechsel. Statt weiterer Prüfberichte soll die Verwaltung innerhalb eines definierten Zeitrahmens konkrete Ergebnisse vorlegen. Die Freien Demokraten verlangen, dass mindestens zwei Pilotflächen innerhalb der nächsten zwölf Monate identifiziert und auf den Weg gebracht werden. Darüber hinaus soll ein verbindlicher Zeitplan vorgelegt und eine feste Ansprechstelle in der Verwaltung benannt werden, damit Bürgerinnen und Bürger sowie potenzielle Interessenten klare Ansprechpartner und transparente Abläufe erhalten.

„Wenn es fachliche Einwände gibt, müssen diese nachvollziehbar auf den Tisch. Wenn es keine gibt, muss die Verwaltung endlich umsetzen. So funktioniert Demokratie und so funktioniert die Gemeindeordnung“, betont Kandemir. Aus Sicht der FDP braucht Kerpen vor allem praktikable und wirtschaftlich sinnvolle Umsetzungsmodelle, etwa über Clusteransätze und Standorte, die für konventionelle Bebauung weniger geeignet sind, aber für alternative Wohnformen in Frage kommen könnten.

			

				
				

Tamer Kandemir

stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe

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