Kerpener FDP fordert aktuelle Wirtschaftlichkeitsprüfungen vor Millionenentscheidungen
Investitionen in Schulen, Feuerwehr und Baubetriebshof sollen auf Grundlage aktueller Daten bewertet werden
09.06.2026 Meldungen FDP-Ratsgruppe Kerpen

Die FDP-Ratsgruppe der Kolpingstadt Kerpen fordert aktuelle und nachvollziehbare Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen für mehrere städtische Großprojekte, bevor weitere weitreichende Haushaltsentscheidungen getroffen werden. Hintergrund sind geplante Investitionen von insgesamt weit über 300 Millionen Euro, die den städtischen Haushalt über viele Jahre prägen werden.
Konkret geht es um das Europagymnasium, die neue Feuerwehr- und Rettungswache sowie den geplanten Neubau des Baubetriebshofes. Für diese Projekte sollen nach Auffassung der Liberalen die wirtschaftlichen Grundlagen aktualisiert und mögliche Alternativen untersucht werden. Auch für die bereits begonnene dritte Grundschule soll nachvollziehbar dargestellt werden, ob die damaligen Entscheidungsgrundlagen weiterhin Bestand haben.
„Wir sprechen hier über einige der größten Investitionsentscheidungen der kommenden Jahrzehnte“, erklärt Ratsmitglied Tamer Kandemir. „Deshalb müssen Rat und Öffentlichkeit sicher sein können, dass die zugrunde liegenden Berechnungen noch aktuell und belastbar sind.“ Nach Ansicht der Freien Demokraten haben sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Steigende Baukosten, veränderte Zinsen und neue Marktbedingungen könnten dazu führen, dass frühere Berechnungen heute zu anderen Ergebnissen führen als zum Zeitpunkt ihrer Erstellung.
„Niemand stellt die Bedeutung dieser Projekte infrage“, betont Kandemir. „Gerade weil sie wichtig sind, müssen wir sicherstellen, dass die wirtschaftlich sinnvollste Lösung gewählt wird. Unser Ziel ist nicht die Verzögerung von Projekten, sondern eine solide Grundlage für Entscheidungen in dieser Größenordnung.“ Der Liberale fordert deshalb, neben den bisherigen Planungen auch mögliche Alternativen und unterschiedliche Umsetzungsmodelle zu betrachten. Dabei sollen nicht nur die reinen Baukosten, sondern ebenso die langfristigen Auswirkungen auf den städtischen Haushalt berücksichtigt werden. Aus Sicht der FDP geht es dabei um Transparenz, Nachvollziehbarkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Mitteln. Der Stadtrat müsse die Möglichkeit haben, auf Basis vollständiger und aktueller Informationen über Investitionen zu entscheiden, die Kerpen über Jahrzehnte hinweg finanziell binden werden.
„Wer heute mehrere hundert Millionen Euro investiert, muss sicher sein, dass die Entscheidung auf aktuellen Fakten beruht“, so Kandemir. „Nur so können wir die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Stadt auch in Zukunft sichern.“
