Runder Tisch Obdachlosigkeit einstimmig beschlossen
Gemeinsam Verantwortung für Kerpen übernehmen
09.10.2026 Meldungen FDP-Ratsgruppe Kerpen

Wir freuen uns, dass der gemeinsame Antrag von SPD-Fraktion, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, BBK/UWG-Fraktion, FDP-Gruppe, Die Linke Gruppe und Piraten-Gruppe zur Einrichtung eines „Runden Tisches Obdachlosigkeit“ in der Sondersitzung des Ausschusses für Soziales und Gleichstellung am 8. Oktober einstimmig angenommen wurde. Ziel ist es, Wohnungs- und Obdachlosigkeit künftig im Rahmen eines Runden Tisches gemeinsam mit Verwaltung, Fachpraxis und weiteren Akteur*innen strukturiert anzugehen.
Auch einer Beschlussvorlage der Verwaltung, die auf vorherigen Anfragen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP basiert, wurde einstimmig zugestimmt.
Pia Wilms, Ratsmitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: „Hinter jeder wohnungs- oder obdachlosen Person steht ein Mensch mit einer eigenen Geschichte. Mit dem einstimmigen Beschluss gehen wir jetzt endlich einen wichtigen Schritt nach vorne. Nun gilt es, langfristige Lösungen zu entwickeln, die den unterschiedlichen Lebensrealitäten gerecht werden und die Situation der Betroffenen nachhaltig verbessern.“
Dabei ist uns bewusst, dass die beteiligten Fraktionen und Gruppen nicht in allen politischen Fragen dieselben Positionen vertreten. Gerade deshalb freuen wir uns, dass bei diesem wichtigen Thema eine breite Zusammenarbeit gelungen ist.
Lisa Hohlfeld, sachkundige Bürgerin der BBK/UWG-Fraktion: „Wir müssen nicht in jeder politischen Frage einer Meinung sein. Aber wir können uns darauf verständigen, dass jeder Mensch ein Recht auf Würde und auf ein menschenwürdiges Leben hat. Dafür wollen wir gemeinsam Verantwortung tragen.
Der Runde Tisch soll zunächst die bestehende Situation betrachten und anschließend sowohl kurzfristige Maßnahmen als auch langfristige Strukturen entwickeln. Dabei sollen unter anderem Unterbringung, Prävention, Betreuung, Gesundheitsversorgung, Sicherheit und Hilfen in der kalten Jahreszeit berücksichtigt werden.
Neben der sozialen Verantwortung sollen auch vorhandene Ressourcen und Fördermöglichkeiten besser genutzt werden. Eine frühzeitige Prävention und bessere Koordination können langfristig dazu beitragen, Folgekosten zu vermeiden und damit auch den städtischen Haushalt zu entlasten. Der gemeinsame Antrag sieht ausdrücklich vor, Fördermöglichkeiten in die Entwicklung des Gesamtkonzeptes einzubeziehen.
Tamer Kandemir, FDP-Gruppe: „Wenn wir frühzeitig handeln, Angebote besser miteinander verknüpfen und Fördermöglichkeiten nutzen, können wir Menschen besser unterstützen und gleichzeitig langfristig auch die Stadtkasse entlasten.“
Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen. Wohnungs- und Obdachlosigkeit betrifft Menschen in vielfältigen Lebenslagen und mit individuellen Bedürfnissen. Der Runde Tisch soll diese Vielfalt berücksichtigen und zugleich Lösungen entwickeln, die für die gesamte Stadtgesellschaft tragfähig sind.
Karin Kreutz, Gruppe Die Linke: „Dass Obdachlosigkeit auch in Kerpen ein Thema ist, verdeutlicht die soziale Schieflage in unserem wohlhabenden Land. Es ist beschämend, dass Menschen trotz des gesellschaftlichen Wohlstands ohne ein sicheres Zuhause leben müssen.“
Gina Clemente, sachkundige Bürgerin der Piraten-Gruppe: „Wir müssen die Lebensbedingungen aller Kerpener*innen im Blick behalten und Lösungen finden, die für die gesamte Stadtgesellschaft tragfähig sind. Dabei dürfen individuelle Bedürfnisse nicht zu kurz kommen. Niemand sollte sich zwischen einem Dach über dem Kopf und seinem Haustier entscheiden müssen.“
Mit den einstimmigen Beschlüssen beginnt nun die konkrete Arbeit. Bereits im Anschluss an die Sitzung wurde ein Termin für ein erstes interfraktionelles Treffen vereinbart. Der Runde Tisch soll kurzfristig einberufen werden und regelmäßig über seine Arbeit im Ausschuss für Soziales und Gleichstellung berichten.
Uwe von der Lieck, Sprecher der SPD-Fraktion: „Der Beschluss ist der Startpunkt. Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam mit Verwaltung und Fachpraxis konkrete, wirksame und langfristig tragfähige Lösungen für Kerpen zu entwickeln.“
Gemeinsame Pressemitteilung von:
SPD-Fraktion · Fraktion Bündnis 90/Die Grünen · BBK/UWG-Fraktion · FDP-Gruppe · Die Linke Gruppe · Piraten-Gruppe
Tamer Kandemir
stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe, Beisitzer im Stadtverbandsvorstand
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