Städtisches Sponsoring-, Patenschafts- und Crowdfunding-Konzept
Antrag zum Stadtrat sowie Haupt-, Finanz- und Feuerschutzausschuss
04.11.2026 Anträge FDP-Ratsgruppe Kerpen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Jurczyk,
die Ratsgruppen der FDP und der PIRATEN im Rat der Kolpingstadt Kerpen bitten, folgenden Punkt auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Haupt-, Finanz- und Feuerschutzausschusses sowie den Stadtrat der Kolpingstadt Kerpen zu nehmen und stellt hierzu nachfolgenden Beschlussvorschlag zur Abstimmung:
Beschlussvorschlag:
- Die Verwaltung wird beauftragt, ein transparentes und rechtssicheres Konzept für projektbezogenes Sponsoring, Spenden und Bürger-Patenschaften in Kerpen zu erarbeiten, beispielsweise in Form einer Richtlinie. Ziel ist es, örtlichen Unternehmen, Vereinen, Stiftungen sowie engagierten Bürgerinnen und Bürgern einen verlässlichen und unkomplizierten Rahmen zu bieten, wenn sie städtische Vorhaben und Einrichtungen (z. B. Spielplätze, Grünflächen, Sport- oder Kulturangebote) gezielt finanziell oder mit Sachleistungen unterstützen möchten.
- Für dieses Konzept wird ausdrücklich keine eigene städtische IT-Plattform entwickelt. Die Verwaltung prüft stattdessen die Zusammenarbeit mit regionalen Kreditinstituten und etablierten Plattformbetreibern, um deren bereits bestehende Spenden- und Crowdfunding-Portale für Kerpener Vorhaben zu nutzen.
- Das Konzept muss klare, verbindliche Vorgaben zur Korruptionsprävention enthalten und vor der Annahme von Spenden oder Patenschaften verbindlich regeln, wie eventuelle Folgekosten (etwa für TÜV, Wartung oder Pflege) kalkuliert, finanziert und transparent ausgewiesen werden.
Begründung:
Die Haushaltslage in Kerpen zwingt uns zum Sparen. Dabei geraten regelmäßig die freiwilligen Leistungen und genau die Dinge in den Fokus, die den Bürgerinnen und Bürgern im Alltag wichtig sind: Spielplätze, Grünanlagen, Vereine und Kulturangebote.
Gleichzeitig gibt es bei uns in Kerpen Unternehmen, Gewerbetreibende und engagierte Bürger, die bereit sind, für konkrete Projekte im eigenen Ort Geld in die Hand zu nehmen – sei es für ein Spielgerät, eine neue Bank oder die Pflege einer Grünfläche. Bisher fehlt bei der Stadtverwaltung dafür ein einheitlicher, transparenter Leitfaden, an dem sich Verwaltung, Spender und Politik verlässlich orientieren können. Sinnvoll wäre in diesem Rahmen, wenn die Verwaltung im Vorhinein verlässliche Kriterien definiert, unter denen eine derartige Finanzierung umsetzbar wäre, um Sicherheit sowohl für Geldgeber als auch für die Verwaltung zu gewährleisten und bürokratische Hürden von vornherein gering zu halten.
Niemand erwartet, dass Sponsoring oder Crowdfunding die großen Haushaltsprobleme unserer Stadt lösen. Aber jeder Euro aus privater Initiative, der zweckgebunden in Kerpen investiert wird, entlastet die Stadtkasse bei Anschaffungs- und Sachkosten.
Entscheidend ist dabei, keinen neuen bürokratischen Apparat im Rathaus aufzubauen. Unsere regionalen Banken und Plattformen bieten funktionierende Crowdfunding-Modelle, die man unkompliziert anbinden kann. Wenn wir den Bürgerinnen und Bürgern einerseits Sparmaßnahmen abverlangen müssen, sollten wir auf der anderen Seite auch den Weg für diejenigen freimachen, die Kerpen aus eigener Tasche unterstützen wollen.
Ziele des Antrags:
- Entlastung des kommunalen Haushalts:
Durch die Einführung einer Crowdfunding-Richtlinie sollen kleinere Projekte, die einen positiven Einfluss auf die Gemeinschaft haben, ohne hohe Belastungen für den städtischen Haushalt realisiert werden können. - Stärkung der Bürgerbeteiligung:
Crowdfunding ermöglicht es den Bürgern, sich aktiv an der Entwicklung ihrer Stadt zu beteiligen und Verantwortung für die Gestaltung des öffentlichen Raums zu übernehmen. Dies fördert den Gemeinschaftssinn und das Verantwortungsbewusstsein. - Förderung von Innovation und Kreativität:
Kleinere Projekte, die durch Crowdfunding finanziert werden, können innovative Ideen und kreative Lösungen für lokale Herausforderungen hervorbringen. Dies bietet der Kommune die Möglichkeit, neue Projekte zu unterstützen, ohne dass eine langfristige finanzielle Verpflichtung eingegangen werden muss. - Erhöhung der Transparenz und Nachvollziehbarkeit:
Eine klare Crowdfunding-Richtlinie sorgt für Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei der Projektfinanzierung und -durchführung, sodass Bürger und Projektträger den gesamten Prozess verstehen und darauf vertrauen können.
Tamer Kandemir
stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe, Beisitzer im Stadtverbandsvorstand
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