Vergabe und Verleihung des Integrationspreises der Kolpingstadt Kerpen

Änderungs- und Gegenantrag zu TOP 5 der kommenden Ratssitzung zur Beschlussvorlage 508.26 sowie zum Antrag der UWG-Fraktion und der Gruppe „Gemeinsam für Kerpen“ (Dr.-Nr. 508.26)

09.10.2026 Anträge FDP-Ratsgruppe Kerpen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Jurczyk,

die FDP-Ratsgruppe im Rat der Kolpingstadt Kerpen bittet, nachfolgenden Beschlussvorschlag zu TOP 5 der kommenden Sitzung des Rates der Kolpingstadt Kerpen zur Abstimmung zu stellen.

Beschlussvorschlag:

Der Rat der Kolpingstadt Kerpen beschließt:

  1. Der Antrag der UWG-Fraktion und der Gruppe „Gemeinsam für Kerpen“ zur Änderung des Verfahrens zur Vergabe und Verleihung des Integrationspreises wird abgelehnt.
  2. Die mit der Beschlussvorlage 508.26 vorgeschlagenen Änderungen zur Verlegung der Preisverleihung in eine Ratssitzung und zur Neubesetzung der Auswahljury werden nicht umgesetzt.
  3. Die Verleihung des Integrationspreises findet weiterhin im Rahmen des jährlichen „Festes der Kulturen“ statt. Die feierliche Übergabe durch den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin bleibt Bestandteil der Verleihung.
  4. Das bisherige Auswahlverfahren wird fortgeführt. Die Kerpener Vereine und Initiativen werden weiterhin nach dem bewährten Los- und Rotationsverfahren an der Auswahljury beteiligt. Eine ausschließlich politisch besetzte Jury wird nicht eingerichtet.
  5. Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Verein „Vielfalt der Kulturen in Kerpen e. V.“ als Veranstalter des Festes der Kulturen einen geeigneten Zeitpunkt für die Preisverleihung abzustimmen, damit die Ehrung möglichst viele Besucherinnen und Besucher erreicht.
  6. Das Preisgeld bleibt unverändert.

Begründung:

Mit ihrem gemeinsamen Antrag fordern die UWG-Fraktion und die Gruppe „Gemeinsam für Kerpen“ eine grundlegende Neuausrichtung des Kerpener Integrationspreises. Die Verwaltungsvorlage 508.26 greift diese Initiative auf und schlägt unter anderem vor, die Verleihung aus dem Fest der Kulturen herauszulösen und in den formellen Rahmen einer Ratssitzung zu verlegen. Zudem sieht die Vorlage eine neunköpfige Jury vor, die ausschließlich aus Mitgliedern der Ratsfraktionen, der Ausschussgruppen sowie dem Ausschussvorsitz besteht.

Der Integrationspreis der Kolpingstadt Kerpen wurde damals interfraktionell beschlossen. Leitgedanke war von Beginn an, ehrenamtliches Engagement für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt überparteilich zu würdigen und die Kerpener Stadtgesellschaft in das Verfahren einzubeziehen. Das bisher praktizierte Los- und Rotationsverfahren ermöglicht wechselnden Vereinen und Initiativen, an der Auswahl mitzuwirken. Diese Beteiligung ist ein wesentlicher Bestandteil des Preises und sollte erhalten bleiben.

Der Vorschlag, die Jury künftig ausschließlich mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommunalpolitik zu besetzen, würde die bisherige Beteiligung der Vereine beenden. Damit würde sich der Charakter des Auswahlverfahrens grundlegend ändern. Eine Auszeichnung, die das Engagement aus der Mitte der Stadtgesellschaft würdigt, sollte nicht ausschließlich von einem politischen Gremium vergeben werden. Das bisherige Verfahren trägt dazu bei, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und den überparteilichen Charakter des Preises zu sichern.

Die Antragstellenden begründen die gewünschte Verlegung der Verleihung unter anderem damit, dass bei der Veranstaltung im vergangenen Jahr am Ende des Festes der Kulturen nur noch wenige Gäste anwesend gewesen seien. Eine ungünstige zeitliche Platzierung sollte jedoch nicht dazu führen, den bisherigen Verleihungsrahmen und die Beteiligung der Vereine an der Auswahl grundsätzlich infrage zu stellen.

Wenn die Ehrung im vergangenen Jahr zu spät im Programm stattfand, sollte die zeitliche Planung gemeinsam mit dem veranstaltenden Verein überprüft und verbessert werden. Eine frühere Platzierung im Programm könnte dazu beitragen, mehr Besucherinnen und Besucher zu erreichen und den Preisträgerinnen und Preisträgern die gebührende Aufmerksamkeit zu geben.

Das Fest der Kulturen am Tag der Deutschen Einheit bietet einen passenden Rahmen, um Menschen, Vereine und Initiativen zu würdigen, die sich für Zusammenhalt und gelebte Vielfalt einsetzen. Die Preisverleihung kann weiterhin durch den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin erfolgen. Eine Verlegung in eine Ratssitzung ist dafür nicht erforderlich und gewährleistet nicht automatisch eine größere öffentliche Beteiligung.

Die Beteiligung der Vereine und Initiativen an der Auswahl sowie die Verleihung im Rahmen des Festes der Kulturen sind zentrale Merkmale des bisherigen Verfahrens. Deshalb sollte der Antrag der UWG-Fraktion und der Gruppe „Gemeinsam für Kerpen“ abgelehnt und das bestehende Verfahren fortgeführt werden

			

				
				

Tamer Kandemir

stv. Vorsitzender der FDP-Ratsgruppe, Beisitzer im Stadtverbandsvorstand

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